Was macht eigentlich Thomas König?
"Mein Ausgleichstreffer gegen 1860 München war ein ganz besonderer Moment!"
Thomas König wechselte 1992 vom Landesligisten TSV Königsbrunn zum FC Augsburg, mit dem er 1994 die Meisterschaft in der Bayernliga feiern konnte. Heute ist König Seminarleiter bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn.
Hallo Tom, wo habe ich dich denn gerade erreicht?
Momentan sitze ich in meinem Büro und bin sehr erstaunt und auch erfreut, wie du jetzt auf mich gekommen bist.
Es ist ja gar nicht so lange her, dass wir uns das letzte Mal in der WWK ARENA gesehen haben. Ich habe eine Telefonliste mit den Nummern früherer FCA-Spieler und da stand auch dein Name drauf. Wie ich gehört habe, bist du beruflich bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn tätig.
Ich bin seit 1988 bei der Polizei und habe dort mehrere Stationen durchlaufen. Seit vier Jahren bin ich jetzt Seminarleiter beim 51. Ausbildungsseminar in Königsbrunn. Ich bin dort für die Ausbildung für 160 Beamte und 25 Stammbeamte zuständig.
Und, macht der Job Spaß?
Ja, voll! Das Schöne ist, dass ich viel mit jungen Leuten zu tun habe und dieser Job erfüllt mich, er hält mich jung und fit.
Als du 1992 vom TSV Königsbrunn zum FC Augsburg gewechselt bist, warst du 22 Jahre alt.
Das ist richtig. Angefangen hat aber alles als Knirps bei meinem Heimatverein SV Untermeitingen. Dort habe ich bei allen Jugendteams gespielt und dann mit 18 noch ein Jahr in der 1. Mannschaft, das war damals in der A-Klasse, also der heutigen Kreisliga. Da bin ich aufgefallen, weil ich sehr viele Tore geschossen habe und dann ist der TSV Königsbrunn auf mich zugekommen. Trainer war damals Gerhard Förschner, der ja auch viele Jahre für den FCA gespielt hat. Der meinte zu mir, dass ich noch ein Jahr in der Bezirksoberliga bei Viktoria Augsburg spielen sollte und anschließend zu ihm nach Königsbrunn kommen solle. Was ich dann auch gemacht habe.
Nachwuchsleistungszentren gab es damals natürlich noch nicht. Du wurdest sozusagen ein Jahr geparkt.
Das kann man so sagen und es war auch gut für meine Entwicklung. Ein Jahr später war ich dann in der Landesliga in Königsbrunn, das war damals die vierthöchste Liga. Zwei Jahre später ist der FCA auf mich aufmerksam geworden und Trainer Armin Veh hat mich dann ins Team geholt.
Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass zwischen dem FCA und Königsbrunn nur eine Klasse dazwischen lag.
(Lacht) Allerdings, heute liegen Welten dazwischen.
Gerade die Bayernliga-Meistermannschaft von 1994 war eine gute Truppe.
Das war eine ganz tolle Mischung mit Spielern aus der Augsburger Region und München wie Franz Becker, Michael Hecht, Christian Radlmaier oder Domenico Sbordone. Wir hatten keine Stars im Team und waren eine sehr homogene Truppe, die sich auch außerhalb des Platzes sehr gut verstand. Das war wohl auch eines unserer Erfolgsrezepte. Ich erinnere mich natürlich besonders gerne an das große Spiel 1992 gegen 1860 München vor über 25.000 Zuschauern in der Rosenau.
Spitzenspiel, Erster gegen Zweiter. Es endete 2:2 ...
Korrekt und mir gelang in der 67. Minute der Ausgleich zum 2:2. Das war natürlich einer der ganz besonderen Momente für mich als Fußballer.
Ein Jahr darauf seid ihr Meister in der Bayernliga geworden.
Das war eine traumhafte Saison, wir haben die Liga total dominiert und sind auch verdient Meister geworden. Und danach folgte die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga mit Eintracht Braunschweig, Fortuna Düsseldorf und TuS Schloß-Neuhaus. Es war schade, dass wir es nicht geschafft haben, denn mein Vertrag hätte auch für die 2. Bundesliga gegolten und da hätte ich mich ein Jahr von meinem Job beurlauben lassen und gerne die Erfahrung als Vollprofi gemacht. Auch wenn wir es nicht geschafft haben, war es eine unglaublich tolle Zeit für mich.
Du warst gerade in den ersten beiden Jahren Stammspieler und bist fast immer von Beginn auf aufgelaufen.
In den ersten beiden Jahren lief es wie geschmiert, danach in der Regionalliga habe ich mich mit Armin Veh etwas überworfen und kam nicht mehr so richtig zum Einsatz und bin dann zum Landesliga-Absteiger BC Aichach gegangen. Ich hatte dort eine gute Saison, ich wurde Torschützenkönig und wir sind direkt wieder aufgestiegen.
Wie lange ging dein Weg als aktiver Spieler?
Nach drei Jahren in Aichach folgten DJK Lechhausen, TSV Neusäß und dann Trainerstationen in Lamerdingen, Dinkelscherben und Mickhausen und irgendwann war's dann auch gut und Job und Familie hatten Priorität.
Letzte Saison war die Meistermannschaft von 1994 in der WWK ARENA eingeladen. Da waren ja sicherlich einige Kollegen dabei, die du seit Jahrzehnten nicht mehr getroffen hast.
Das war ein unglaublich tolles Erlebnis und dafür bin ich dem FCA sehr dankbar, dass er dieses Treffen in diesem Rahmen ermöglicht hat. Es hat sehr gutgetan, die Jungs von damals wiederzusehen. Traurig war nur, dass Christian Radlmaier nicht dabei sein konnte, der ja leider viel zu früh gestorben ist.
Über welchen deiner Mitspieler hast du dich am meisten gefreut?
Mit Andi Geyer hatten wir damals eine Fahrgemeinschaft, ich habe mich mit Andi Dörr und Max Zimmermann sehr gut verstanden, aber eigentlich will ich jetzt gar keinen groß hervorheben, weil wir eine sehr gute Kameradschaft im Team hatten.
Du hast mich von deiner Art Fußball zu spielen immer etwas an Paul Breitner erinnert, kraftvoll, wuchtig, aber immer mit Auge für den Gegenspieler.
Meine Stärke war sicherlich meine Schnelligkeit und meine körperliche Robustheit. Und einen kleinen Torriecher hatte ich auch (lacht).
Wie sehr verfolgst du noch das Geschehen rund um den FC Augsburg?
Da bin ich voll dabei, ich schaue mir die Spiele im TV an und bin auch immer wieder in der WWK ARENA live dabei. (ws)