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Andreas Mayer für St. Pauli

Was macht eigentlich Andreas Mayer?

"Uli Hoeneß rief bei mir persönlich an"

Verein 17.02.2026, 09:07

Andreas Mayer spielte von 1985 bis 1991 bei den Junioren des FC Augsburg. Danach wechselte er direkt zum FC Bayern München. Zwei Jahre später führte ihn sein Weg in Richtung Norden, wo er unter anderem beim FC St. Pauli, Stabaek IF, Rosenborg Trondheim und FC Aberdeen spielte. Mit Rosenborg konnte er 1997 und 1998 die Meisterschaft feiern. Krönung waren die Champions-League-Spiele gegen Real Madrid, Galatasaray Istanbul oder Athletic Bilbao. Walter Sianos funkte zu ihm nach Offingen durch.

Servus Andi, wo habe ich dich denn gerade erreicht?
In meinem Büro in Dillingen, ich bin selbständiger Versicherungskaufmann von Beruf. 

Beim letzten Heimspiel ging es gegen den FC St. Pauli. Warst du im Stadion und wenn ja, wem hast du die Daumen gedrückt?
Nein, ich war leider verhindert und konnte nicht live dabei sein. Mein Herz hängt an beiden Klubs, ich bin auch immer wieder mal in Hamburg am Millerntor zu Gast. Aber dadurch, dass ich seit vielen Jahren bei der Traditionsmannschaft des FCA spiele und da verankert bin, spielt der FCA auch heute noch eine große Rolle in meinem Leben. Ich spiele dort mit großer Freude, weil wir eine ganz tolle Truppe haben, es sind inzwischen auch viele Ex-Profis dazugestoßen. 

Wenn man sich mal deine Leistungsdaten betrachtet, die meisten Spiele hast du für den FC St. Pauli absolviert. Spulen wir mal ganz zurück, wo hast du das Einmaleins des Fußballs gelernt und wann bist du zu den Junioren des FC Augsburg gewechselt?
Los ging es als Knirps beim SV Röfingen bei Burgau. Mein Vater und mein Onkel waren Fußballer und da war mein Weg schon geebnet. Ich habe schon mit sechs parallel in der E- und D-Jugend gespielt und konnte gut mithalten, obwohl alle einen Kopf größer waren als ich. Ich habe damals schon in verschiedenen Jugendauswahlen gespielt und so wurde der FCA auf mich aufmerksam. Mit 13 bin ich dann in die C-Jugend nach Augsburg gewechselt, wo ich bis zu den A-Junioren gespielt habe. Es war eine schöne, aber auch anstrengende Zeit.

Inwiefern?
Damals gab es keine NLZ und keine Fahrdienste wie heute. Wir hatten drei bis vier Mal pro Woche Training und meine Eltern waren im Prinzip ständig zwischen Burgau und Augsburg unterwegs. Aber ich hatte in den sechs Jahren in Augsburg eine sportliche, erfolgreiche und ereignisreiche Zeit, wenn ich da an die Meisterschaften und die Turniere in ganz Europa zurückdenke. 

Gleich nach den A-Junioren ging deine Fußballreise los, die dich weit bringen sollte. Im Seniorenbereich ging es erst einmal zum FC Bayern München. Wie kam es denn dazu?
Hermann Gerland wollte mich schon zu den A-Junioren des FC Bayern holen, ich bin aber beim FCA geblieben, weil ich gerade meine Ausbildung als Versicherungskaufmann in Augsburg gemacht habe. Wir waren zu dieser Zeit auch erfolgreicher als der FCB, kurz vor dem Seniorenbereich kam ein Anruf von Uli Hoeneß persönlich. 

Der Boss höchstpersönlich? Da schluckt man wohl erst einmal …
(Lacht) Naja. Als das Telefon geklingelt hat, bin ich ran und am anderen Ende meldet sich eine Stimme mit „Hallo, hier spricht Uli Hoeneß“. Ich habe erst mal gelacht und dachte mein Kumpel will mich veräppeln und habe „Ja ja Michi, hör auf mit dem Scheiß“ geantwortet. Als ich dann gemerkt habe, dass wirklich der Hoeneß dran war, ist mir ganz heiß geworden. 

Wie ist das, wenn man in so jungen Jahren plötzlich an der Säbener Straße aufläuft? 
Wir sind nach München gefahren und zu unserer Überraschung waren neben Uli Hoeneß auch Jupp Heynckes und Karl Hopfner anwesend. Klar, da kriegt man große Augen und noch größere, als mein großes Vorbild Lothar Matthäus vor mir stand. 

War der Sprung für dich als 18-Jähriger zu groß?
Nach zwei Jahren München ging es 1993 dann weiter in Richtung Norden zum FC St. Pauli. 
Ich habe bei den Profis trainiert, bin aber in der 2. Mannschaft oder bei Testspielen zum Einsatz gekommen. Da war St. Pauli der richtige Klub zur richtigen Zeit, aber es war auch eine gefährliche Station. (lacht)

Gefährlich?
Ich habe da zum ersten Mal alleine gelebt und eine Stadt wie Hamburg ist voller Verlockungen. Gut, dass es zu dieser Zeit noch keine Smartphones gab, denn wir haben es schon das eine oder andere Mal krachen lassen. 

1995 hast du bei Stabaek IF angeheuert. Warum Norwegen?
Da war ich selber schuld. Ich war auf Anhieb bei St. Pauli Stammspieler und in der ersten Saison in der 2. Bundesliga waren wir eigentlich schon so gut wie aufgestiegen. Wir hatten vier Spieltage vor Schluss bei der Zweipunkteregel fünf Punkte Vorsprung und haben es trotzdem versemmelt, 1860 München hat uns quasi auf der Ziellinie abgefangen. Trainer Seppo Eichkorn ist daraufhin leider entlassen und durch Uli Maslo ersetzt worden. Ich habe durch eine Verletzung Anfang der neuen Saison meinen Stammplatz verloren. Ein Journalist fragte mich daraufhin, warum ich nicht spiele, obwohl ich doch wieder fit bin. Ich habe den Fehler gemacht, den Trainer zu kritisieren und er hat daraus ein großes Ding in der Hamburger Morgenpost gemacht. Maslo meinte daraufhin, dass ich kein Spiel mehr unter seiner Regie mehr machen würde. Daraufhin kam das Angebot aus Stabaek, ich wurde dorthin verliehen und da lief es von Beginn an super. Staebeck war in akuter Abstiegsgefahr und ich habe mit meinen Toren dazu beigetragen, dass der Abstieg vermieden wurde. 

Wieder zwei Jahre später hat dich Rosenborg Trondheim verpflichtet.
Auch die zweite Saison lief bei Stabaek richtig gut und eines Tages kam Rune Bratseth, der Sportdirektor von Rosenborg, auf mich zu und wollte mich unbedingt haben. 

Trondheim ist in Norwegen der erfolgreichste Klub, dort wurdest du 1997 und 1998 Meister und hast da auch Champions League gespielt.
Das waren zwei überragende Jahre, denn neben den Meistertiteln konnte ich dort das Parkett der Champions League betreten. Mit der Quali bin ich auf sieben Einsätze gekommen. Überragend war natürlich das Spiel gegen Real Madrid im Bernabéu. Schon am Vortag, als wir mit dem Bus zum Abschlusstraining gefahren sind, ist der Adrenalinspiegel angestiegen, aber als wir am nächsten Tag dann im vollen Stadion aufgelaufen sind, war das schon ein unglaublich beeindruckender Moment.

1999 ging es dann auf die Insel zum FC Aberdeen. 
Das war auch eine ganz tolle Erfahrung, die Schotten sind wirklich ein unglaublich nettes und sympathisches Volk und sehr fußballbegeistert. Ich hatte eine sehr schöne Zeit dort, die ich nicht missen will. Über Hessen Kassel ging es dann 2005 wieder zum FC St. Pauli, wo wir mit Trainer Holger Stanislawski den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern konnten.

Was sagst du zur aktuellen Situation beim FCA? Wo landet deiner Meinung nach das Team von Manuel Baum am Ende der Saison?
Die Mannschaft hat sich stabilisiert, der FCA hatte in Mainz Pech mit dem unberechtigten Elfmeter. Aber auch, wenn es in Mainz keine Punkte gab, bin ich mir sicher, dass sie nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden. (ws)

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