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Stapelfeld: "Das Thema Internatsbau treiben wir weiter voran"

Der Kaufmännische Leiter des FCA-Nachwuchsleistungszentrums äußert sich zur aktuellen Situation

Nachwuchs 19.04.2020, 11:16

Der Trainings- und Spielbetrieb am Nachwuchsleistungszentrum des FC Augsburg ruht, doch Arbeit gibt es genug. Während sich die Spieler zuhause fithalten, arbeitet die administrative Leitung am Fortgang des Betriebs. Roy Stapelfeld, der kaufmännische Leiter des FCA-Nachwuchsleistungszentrums, gibt einen Einblick.

Die wichtigste Frage vorweg: Wie geht es Dir?

Meiner Familie und mir geht es gut. Wir sind gesund. Die Ungewissheit ist ein sicherlich ein Problem für viele Menschen, aber man muss das Beste daraus machen.

Wie sah die Situation im Nachwuchsleistungszentrum in letzter Zeit aus?

Es war eine absolut neue Situation für uns alle. Es wurde innerhalb kürzester Zeit der Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt. Es waren also keine Spieler mehr vor Ort, die Trainer konnten ihre Trainingsarbeit auf dem Platz nicht mehr fortsetzen. Wir haben den Betrieb sukzessive zurückgefahren. Unsere Spieler haben individuelle Trainingspläne bekommen, dazu halten wir über Telefon und Video die Kommunikation aufrecht.

Wie wird momentan im NLZ gearbeitet?

Wir passen uns der Situation an. Die Mitarbeiter sind zu großen Teilen im Home Office und halten die notwendigen Dinge am Laufen. Wir stimmen uns über Videocalls und Telefonate ab und machen uns Gedanken, wie wir die Zeit bestmöglich nutzen können.

Welche Dinge liegen auf Deinem Schreibtisch momentan ganz oben?

Das ist ganz klar von der aktuellen Situation diktiert. Wir beschäftigen uns jeden Tag mit den neuen Entwicklungen. Die vergangenen Wochen waren sehr dynamisch und man wusste nicht, wie sich die Situation verändert und ob sich getroffene Entscheidungen am nächsten Tag vielleicht wieder anders darstellen. Deswegen schätzen wir tagesaktuell die Entwicklungen ein und reagieren darauf. Am Ende geht es vor allem darum, mit den Mitarbeitern bestmöglich in Kontakt zu bleiben und zu überlegen, wie die nahe Zukunft aussieht. Das betrifft bei uns vor allem den Trainings- und Spielbetrieb. Der Saisonabschluss ist natürlich relevant, wir fragen uns: Wann geht es weiter?

Bietet die aktuelle Phase sogar die Chance, Projekte anzugehen, für die im normalen Tagesgeschäft nicht so viel Zeit ist?

Durchaus. Das ist ja nicht nur eine Phase von ein paar Tagen, sondern von Monaten. Man sollte diese Zeit nutzen für Dinge, die liegengeblieben sind oder die man sich schon immer vorgenommen hat. Da gibt es in allen Bereichen viele Themen: Im sportlichen Bereich etwa in der Erweiterung der Ausbildung oder der Verfeinerung der Spielphilosophie, und auch im administrativen Bereich setzen wir einige Prozesse neu auf und verbessern sie.

Inwiefern beeinflusst die aktuelle Situation die Kaderplanung für die neue Saison?

Wir versuchen, das zu planen, was möglich ist, auch wenn wir natürlich auf die aktuelle Situation Rücksicht nehmen müssen. Wir müssen uns an die Gegebenheiten anpassen und überlegen, wie sich der Markt verändern wird. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir relativ wenig Spieler von externer Seite holen müssen, weil wir auf unseren eigenen Nachwuchs setzen wollen.

Welche Auswirkungen hat die auch wirtschaftlich fordernde Situation auf den Bau des Internats?

Dieses Thema treiben wir natürlich weiter voran. Die Finanzierung ist durch den Namensgeber des Internats, die WWK Versicherungen, gedeckt. Wir gehen davon aus, dass wir den Internatsneubau definitiv realisieren werden. Ich kann aber derzeit nicht einschätzen, ob der Zeitplan unter der neuen Situation leidet.

Welche Folgen hätte es, wenn die Saison im Jugendbereich nicht zu Ende gespielt werden könnte?

Wir hoffen natürlich, dass wir die Chance bekommen, die Saison zu Ende zu spielen. Wenn die Maßnahmen der Bundesregierung weiter aufrechterhalten werden, wird es irgendwann natürlich schwierig. Wir sind im Austausch mit den Verbänden, die sich Gedanken machen, wie die bestmögliche Lösung aussieht. Vielleicht wird es auch für unterschiedliche Altersklassen unterschiedliche Lösungen geben. Im Jugendbereich steht natürlich die Ausbildung im Vordergrund. Wenn die Trainingsarbeit wieder möglich ist, können wir auch unseren Ausbildungsauftrag wahrnehmen. Klar ist: Je länger die Pause dauert, umso mehr verlieren die Jungs an Leistungsfähigkeit und umso mehr leidet die Ausbildung.

Wie halten sich die Spieler momentan fit?

Die Spieler haben vom ersten Tag an Trainingspläne von uns bekommen. Wir versuchen, mit den Mannschaften ein interaktives Training zu gestalten. Es gibt also per Videoschaltung gemeinsame Workouts. Fit halten können sich die Jungs, weil jeder laufen kann und Krafttraining machen kann. Das ist aber nur eine gewisse Grundlage, zum Fußball gehört mehr dazu.

Gibt es schon Überlegungen, den Trainingsbetrieb zumindest in Kleingruppen wieder aufzunehmen?

Die gibt es in dieser Form noch nicht. Wir sind abhängig von den Behörden und den politischen Entscheidungen. Daran halten wir uns selbstverständlich.

Wie sieht die Vorbereitung auf den Tag X aus, an dem der Spiel- und Trainingsbetrieb wieder aufgenommen wird?

Wir bereiten uns bestmöglich auf diesen Tag vor und fiebern darauf hin, dass er bald kommt. Für uns ist wichtig, dass es grünes Licht von der Politik gibt und dann müssen wir schauen, wie der Fitnessstand der Spieler ist.