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!Nie wieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball

Befreiung von Auschwitz jährt sich zum 75. Mal

Verein 27.01.2020, 16:55

Am 27. Januar vor 75 Jahren befreite die Rote Armee die Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz. Rund um diesen Tag gedenken Vereine der ersten und zweiten Liga der Opfer des Dritten Reiches. Auch zwei jüdische Mitglieder des BC Augsburg bekamen die Folgen des Nationalsozialismus zu spüren.

Max und Isidor Einstoss stammten aus einer sportbegeisterten Familie. Die Brüder waren vor allem in der Leichtathletikabteilung des BCA aktiv, allerdings waren beide wohl auch talentierte Fußballer. Ihre Schwester Frieda spielte leidenschaftlich Tennis, ihr Bruder Leopold Tischtennis.

Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, wurden jüdische Bürger wie im gesamten öffentlichen Leben auch in Sportvereinen an den Rand gedrängt. In der sogenannten "Stuttgarter Erklärung" beschlossen einige süddeutsche Vereine, der Regierung um Adolf Hitler dabei zu helfen, "Juden aus den Sportvereinen zu entfernen". Zwar hatte sich der BCA damals nicht an diesem Zusammenschluss beteiligt, in den Dreißiger Jahren verließen Max und Isidor Einstoss aber dennoch den Verein.

Brüder Einstoss fliehen nach Südamerika

In dieser Zeit schlossen sich viele Juden dem vermutlich einzigen jüdischen Verein Augsburgs an, der Privaten Tennis-Gesellschaft Augsburg (PTGA). Auch dort erschwerten die Nationalsozialisten den Juden das Vereinsleben immer mehr, als sie ihnen die Erlaubnis entzogen, städtische Sportplätze zu nutzen. Spätestens mit der Reichspogromnacht 1938 fand jüdisches Leben sein Ende in Deutschland. In den folgenden Jahren bis 1945 fielen schließlich etwa sechs Millionen Juden den Nationalsozialisten zum Opfer.

Max und Isidor Einstoss waren der Vernichtungsmaschinerie gerade noch rechtzeitig entkommen und 1939 nach Argentinien ausgewandert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges soll Max Einstoss in Südamerika als Repräsentant des DFB gearbeitet haben. Über das weitere Leben von Isidor Einstoss ist nichts bekannt.


Rund um den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz erinnert der deutsche Fußball an die Gräueltaten der Nationalsozialisten. Auch vor dem Hintergrund des eigenen Versagens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert der deutsche Fußball am 16. Erinnerungstag an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.

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Historie