FC Augsburg Logo FC Augsburg
Ein FCA-Nachwuchsspieler und ein Spieler der SpVgg Greuther Fürth rennen einem Ball hinterher.

Was ist eigentlich Bio-Banding?

Einteilung nach biologischem statt kalendarischem Alter

Nachwuchs 25.01.2026, 09:00

Noch im alten Jahr war an einem November-Sonntag an der Paul-Renz-Akademie einiges geboten: Auf dem südlichen Kunstrasenplatz und auf den Courts maßen sich zahlreiche FCA-Talente mit ihren Altersgenossen der SpVgg Greuther Fürth. Das Besondere: Die Gruppen wurden nicht nach dem kalendarischen, sondern nach dem biologischen Alter eingeteilt – das sogenannte „Bio-Banding“. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier. 

Zahlreiche Statistiken belegen es: Wer früher im Jahr Geburtstag hat, dessen Chancen, es im Leistungssport zu schaffen, sind höher. Denn obwohl zwei Spieler im gleichen Kalenderjahr geboren sind, können sie sich körperlich auf einem ganz anderen Entwicklungsstand befinden – gerade in Phasen, in denen Jugendliche teils schnell und viel wachsen. Beispielsweise können zwei kalendarisch gleich alte U15-Spieler physisch mehrere Jahre auseinander liegen, was sich in einer körperbetonen Sportart wie Fußball auf dem Platz deutlich bemerkbar machen kann. Das Ziel beim Bio-Banding: diese physischen Unterschiede durch homogenere Gruppen ausgleichen, sodass „Gleichgesinnte“ gegeneinander Fußball spielen und eine Chancengleichheit nach biologischem Entwicklungsstand herrscht.

Ein Pilotprojekt dazu fand beim FCA im November statt. Die Spieler der U12, U13, U14 und U15 wurden anhand der „Mirwald-Methode“ in Gruppen eingeteilt, die ihrem biologischen – also körperlichen – Alter entsprachen. Faktoren der Berechnung sind die Körpergröße, die Sitzhöhe, das Gewicht und das Geburtsdatum.

Eine Woche lang trainierten die FCA-Talente also nicht in ihren regulären Jahrgangsmannschaften, sondern in diesen Gruppen. Auch die Trainerteams wurden durchmischt, um auch hier neue Reize zu schaffen und den Austausch zu fördern.

Sauberer Fußball und Zweikämpfe unter gleichen Voraussetzungen

Die Vorteile dieses Modells liegen auf der Hand: Körperlich weit entwickelte Spieler, die sich sonst vor allem durch ihre Physis durchsetzen können, sind zu technisch sauberem und taktischem Fußball „gezwungen“. Biologisch jüngere Spieler, die in Zweikämpfen sonst tendenziell leicht unterliegen, können diese nun auf einem einheitlichen Level führen und in diesem Bereich eher Erfolgserlebnisse sammeln. Außerdem bleibt mehr Zeit für Fußballaktionen.

Daniel Pawlitschko, Bereichsleiter U12 bis U15 beim FCA, berichtet von einer positiven Erfahrung für alle: „An den Trainingstagen hat man gemerkt, wie richtig Zug dahinter war und bei vielen Spielern eine neue Art von Motivation geherrscht hat.“

Abseits vom Training wurde nach demselben Muster auch ein Testspieltag gegen die SpVgg Greuther Fürth ausgetragen, die ihrerseits ebenso Gruppen eingeteilt hatte. Auffällig: Auf den verschiedenen Kleinfeldern duellierten sich fast ausschließlich Spieler, die eine sehr ähnliche Körpergröße aufwiesen.

Beim FCA wird das Bio-Banding bislang nur im Trainings- und Testspielbetrieb angewandt. Im neuen Jahr 2026 sollen in diesem Rahmen weitere Erfahrungswerte gesammelt werden.

Parallel kommt das Konzept „Playing Down“ derzeit in einigen Landesverbänden – darunter auch beim BFV – als Pilotprojekt im Altersbereich der U12 bis U16 zum Einsatz. Hier dürfen biologisch deutlich jüngere Spieler in einer niedrigeren Altersklasse als ihrer eigentlichen antreten.

Unsere FCA-APP

Jetzt herunterladen!