FC Augsburg Logo FC Augsburg
Was macht eigentlich Sören Dreßler?

Was macht eigentlich Sören Dreßler?

"Ich bin stolz, Kapitän dieser Truppe gewesen zu sein"

Verein 12.05.2026, 09:07

Sören Dreßler war der Capitano der Aufstiegsmannschaft 2006 und auch in den darauffolgenden Jahren führte er das Team in der 2. Bundesliga an. Nach seiner aktiven Laufbahn wechselte er auf die Trainerbank bei Klubs wie dem Kissinger SC oder Schwaben Augsburg. Heute betreut er den VfL Ecknach in der Bezirksliga.

Hallo Sören, wo habe ich dich denn gerade erreicht?
Ich sitze gerade in meinem Büro vor meinem Laptop. Ich bin Immobilienkaufmann im Bereich Verwaltung und mache diesen Job jetzt seit 2019.

Du bist einer von vielen FCA-Spielern, die nach ihrer Karriere in der Region geblieben sind, wie Tobias Werner, Zdenko Miletić, Marco Löring, Halil Altintop, Mark Römer, Daniel Baier, Dominik Reinhardt und Sascha Mölders. Was war dein Grund?
Das war eine Mischung aus mehreren Faktoren. Ich habe hier meine Fußballlaufbahn beendet. Ich habe zwar noch zwei Jahre beim FC Ingolstadt gespielt, musste aber damals nicht wegziehen und so hat sich das ergeben. Die Kinder sind hier aufgewachsen, wir haben uns einen guten Freundeskreis aufgebaut und die Lebensqualität ist schon sehr angenehm.

Vor einigen Wochen warst du und deine Kollegen der Meistermannschaft 2006 in der WWK ARENA zu Gast. Der Anlass war der Aufstieg vor 20 Jahren in die 2. Bundesliga. Wie hast du den Tag erlebt?
Das war super, bei uns hat es gleich wieder gefunkt. Das hat sich tatsächlich so angefühlt, als wären wir erst vor ein paar Tagen auseinandergegangen. Wir waren ein tolles Team, jeder konnte mit jedem und wie in alten Zeiten waren wir die Letzten an der Bar in der Arena (lacht). 

Du bist 2002 vom SSV Reutlingen zum FC Augsburg gewechselt. Kannst du dich noch erinnern, wie der Transfer zustande kam?
Sehr gut sogar. Wir haben damals auswärts gegen den 1. FC Saarbrücken gespielt und der damalige FCA-Trainer Ernst Middendorp ist ins Ludwigsparkstadion gefahren, um meinen Teamkollegen Domenico Sbordone zu beobachten. Anscheinend hatte ich einen ganz guten Tag und bin ihm positiv aufgefallen. Manager beim FCA war damals Frank Aehlig, der zuvor in Reutlingen tätig war, und so war der Kontakt schnell hergestellt. Am Ende sind wir dann beide zum FCA gegangen.

Es hat dann doch noch vier Jahre gedauert, bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga 2006. Aber in der Summe war das eine turbulente und sehr erfolgreiche Zeit, gerade die Jahre 2005 und 2006. 
Vielleicht war es auch ganz gut, dass wir das Spiel 2005 gegen Regensburg verloren haben und erst ein Jahr später aufgestiegen sind. Daher denke ich, dass wir ein gutes Timing erwischt haben. Bei mir stand 2005 die Geburt meiner Tochter bevor, die ein paar Tage nach dem Regensburg-Spiel auf die Welt kam. Von daher war ich doch schnell positiv abgelenkt.

Du hast die meisten Spiele in deiner Karriere für den FC Augsburg absolviert, genau gesagt waren es 136 Partien und sechs Tore. An welche Momente und Spiele erinnerst du dich besonders gern?
Neben dem Aufstieg 2006 war natürlich, wie für ganz viele FCA-Fans wohl auch, das erste Spiel in der Allianz Arena gegen 1860 München ein ganz besonderes Highlight. Das wird immer bei mir im Kopf bleiben, 3:0 gewonnen, das halbe Stadion mit Augsburger Fans. Als wir damals in die Arena eingelaufen sind, war das ein traumhafter Moment. Ein weiterer Höhepunkt war mein Abschiedsspiel am letzten Spieltag 2008 gegen Carl Zeiss Jena, bei dem ich mit einem Tor dazu beitragen konnte, dass wir die Klasse gehalten haben. Wir sind letztendlich wegen der besseren Tordifferenz nicht abgestiegen.

Ausgerechnet gegen deinen Ex-Klub.
Das war nicht ganz einfach für mich, denn einige meiner Familienmitglieder standen im Jenaer Fanblock. Aber meine Priorität galt natürlich ganz dem FCA. Nach diesem Spiel sind mit Sándor Torghelle, Tobias Werner und Vasili Khamutouski gleich drei Spieler nach Augsburg gewechselt. 

Danach folgten zwei Jahre in der 2. Bundesliga.
Die Zeit beim FCA war hervorragend, selbst wenn es mal nicht so gelaufen ist, die Mannschaft und die Leute drumherum waren top. Wir waren nicht mit Stars gespickt, aber es wusste jeder, was gefordert ist, wenn der Schiedsrichter anpfeift. Das hat man in jeder Sequenz auf dem Platz gespürt. Ich bin stolz, Kapitän dieser Truppe gewesen zu sein. Und wenn man von Erfolg zu Erfolg eilt, dann entwickelt sich natürlich auch etwas.

Danach bist du zum FC Ingolstadt gewechselt und zwei Jahre später als Trainer beim SSV Anhausen eingestiegen. Welcher Trainer hat dich am meisten geprägt?
Das ist schwer zu beantworten, die Arbeitsweise und der unbedingte Einsatz von Ernst Middendorp waren schon beeindruckend. Er hat viel gefordert, aber er hat es auch vorgelebt. Bei Rainer Hörgl waren es die Ruhe und die Art und Weise, wie er Dinge analysiert hat. Jeder Trainer hat so seine Stärken und ich habe da viel übernommen.

Es ging weiter beim Kissinger SC und von 2015 bis 2019 warst du beim TSV Schwaben Augsburg. Ich denke, als ehemaliger Zweitligaspieler und Kapitän des FCA hat man ein gutes Standing.
Ja, das ist definitiv so, auch heute noch. Aber man muss die eigenen Ansprüche auch immer anpassen. Ich bin jemand, der immer 100 Prozent erwartet, da hat sich nichts geändert.

Danach folgte erst einmal eine längere Pause. Warum?
Das hatte mehrere Gründe. Ich habe von 2017 bis 2019 eine Umschulung absolviert und die Doppelbelastung war groß. Ich wollte mich in dieser Phase voll auf den Job konzentrieren. 

Seit 2025 stehst du jetzt wieder an der Seitenlinie in der Bezirksliga Nord beim VfL Ecknach. Ohne Fußball geht‘s doch nicht, oder?
Es war schon so, dass ich die Wochenenden mit dem Fußball sehr genossen habe und irgendwann habe ich gemerkt, dass mir das fehlt. 

Es läuft ziemlich gut, selbst ein Aufstieg in die Landesliga ist noch möglich. Zufrieden mit der bisherigen Saison?
Ja, es läuft besser als erwartet, denn unser ursprüngliches Ziel war der Klassenerhalt. Die Jungs ziehen voll mit und es macht richtig Spaß, mit ihnen zu arbeiten.

Spitzenreiter ist der TSV Gersthofen, der von deinem ehemaligen Teamkollegen Ajet Abazi trainiert wird. Vor einigen Wochen kam es zum direkten Duell.
Wir haben 2:1 gewonnen (lacht). Nach der Winterpause haben alle Teams aus der oberen Tabellenregion etwas geschwächelt, auch Gersthofen, aber inzwischen haben sie sich wieder gefangen und die Meisterschaft perfekt gemacht. 

Mit wem von deinen früheren Kollegen hast du noch Kontakt?
Mit Marco Löring treffe ich mich immer wieder mal zum Essen, mit Marco Küntzel und Zdenko Miletić bin ich regelmäßig in Kontakt. Seit dem Treffen in der WWK ARENA existiert eine WhatsApp-Gruppe und wir haben vor, uns regelmäßig zu treffen. 

Wie sehr verfolgst du noch das Geschehen rund um den FCA?
Mit großem Interesse, ich drücke bei jedem Spiel die Daumen, leider schaffe ich es aber selten in die Arena, weil wir an den Wochenenden meist selber im Einsatz sind. (ws)

Unsere FCA-APP

Jetzt herunterladen!

Tags:
Stadionkurier
Was macht eigentlich...?