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Was macht eigentlich Marvin Braun?

Was macht eigentlich Marvin Braun?

"Man hat damals schon gespürt, dass beim FCA großes Potenzial steckt"

Verein 28.04.2026, 09:07

Marvin Braun wurde mit den Junioren des VfB Stuttgart Deutscher Meister und Pokalsieger. 2004 landete er beim FC Augsburg, wo er in 19 Spielen vier Tore erzielen konnte. Mit dem FC St. Pauli gelang ihm 2006 der Aufstieg in die 2. Bundesliga, seine weiteren Stationen waren die Stuttgarter Kickers, der VfL Osnabrück und der Wuppertaler SV.

Hallo Marvin, wo habe ich dich denn gerade erreicht?
Ich bin gerade zu Hause. Ich hatte eben einen geschäftlichen Call und ich freue mich jetzt auf unser Gespräch. 

Als Baden-Württemberger bist du mittlerweile im hohen Norden gelandet.
Von 2006 bis 2008 habe ich bei St. Pauli gespielt und Hamburg ist eine Stadt, in der ich mich sehr wohlgefühlt habe. Ich hatte während meiner Zeit dort auch eine Sportmarketing-Agentur mit einem Partner und da war mir schon klar, dass ich nach meiner Fußballkarriere dorthin zurück möchte. Inzwischen lebe ich aber in Niedersachsen.

Du bist mit deinem ehemaligen FCA-Teamkollegen Mark Römer eng befreundet, ihr arbeitet sogar trotz der großen Distanz eng zusammen.
Wir haben zusammen eine Firma und beraten seit einem Jahr im Bereich Fußballtransfers und Spielerberatung. Wir arbeiten viel über Telefon, Videocalls und ich bin auch immer wieder in Augsburg. 

Du warst früher Personaltrainer und Athletiktrainer beim Nachwuchs von St. Pauli.
Das war eine super Zeit und ich muss sagen, dass mir der Job unheimlich Spaß gemacht hat. Ich war im NLZ von St. Pauli von 2013 bis 2018 beschäftigt.

Beim letzten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim war die Aufstiegsmannschaft von 2006 in der WWK ARENA zu Gast. Du warst auch eingeladen, obwohl du zu dieser Zeit für die Stuttgarter Kickers gespielt hast.
Das stimmt (lacht). Ich war zufällig eine Woche in Augsburg und dann hat sich so ergeben. Ich kannte die Jungs ja noch alle von der Saison 2004/05, als ich für den FCA aktiv war, und habe mich sehr über diese Einladung gefreut. Ich muss sagen, dass ich Augsburg als Stadt sehr liebe, ich bin durch die Freundschaft und Zusammenarbeit mit Mark ernsthaft am Überlegen, ob ich mit meiner Familie hierherziehe. 

Wie war der Tag?
Echt schön, ich habe das sehr genossen und wir hatten tolle Gespräche. Es war sehr interessant, wie sich die Jungs so entwickelt haben. Solche Veranstaltungen verraten auch sehr viel über einen Klub.

Wann war Zapfenstreich bei dir?
Bei mir war es für meine Verhältnisse spät, ich bin kurz nach Mitternacht gegangen. Ich bin inzwischen Vater und meine Partnerin und mein Sohn waren im Appartement. Er wurde schon um 5.30 Uhr wach und damit war auch die Nacht für mich beendet. Die Zeit der großen Partys ist vorbei (lacht).

Du bist beim VfB Stuttgart groß geworden und mit 20 Jahren dann zum Lokalrivalen den Kickers gewechselt.
Ich war relativ schnell auf dem Radar des VfB Stuttgart und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann ich dort landen würde. Ich bin dann von der SGV Freiberg zur U17 des VfB gewechselt. 

Wer waren deine Teamkollegen?
Unter anderem Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel. Wir waren ziemlich erfolgreich, mit der U17 wurden wir Deutscher Meister und mit den A-Junioren Deutscher Pokalsieger.

2004 bist du von den Kickers zum FCA gegangen. 
Ich hatte damals das Gefühl, dass für meine Entwicklung ein Ortswechsel gut wäre und genau zu dieser Zeit bekam ich das Angebot vom FC Augsburg. Man hat damals schon gespürt, dass im Verein großes Potenzial steckt und etwas Großes entstehen könnte. Wir haben 2005 den Aufstieg im letzten Spiel gegen Jahn Regensburg knapp verpasst. Dieses Spiel habe ich heute noch sehr gut in Erinnerung. Kurz vor Schluss habe ich von rechts noch eine gute Flanke in den gegnerischen Strafraum geschlagen, aber leider hat Karsten Hutwelker den Ball nicht gut erwischt. Aber ein Jahr später hat die Rakete dann gezündet, der Aufstieg des FC Augsburg begann und führte letztendlich sensationell in die Bundesliga.

2006 bist du mit St. Pauli in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Ein damaliger Teamkollege von dir hat auch mal beim FCA gespielt. Weißt du, wer es ist?
Boah, jetzt hast du mich aber eiskalt erwischt…

Thomas Meggle!
Der Meggi… Tatsächlich? Das wusste ich gar nicht. Er war ein guter Typ und der Aufstieg 2006 mit St. Pauli in die 2. Liga war natürlich ein absolutes Highlight. 

St. Pauli ist ja ein Klub, der sehr polarisiert. Du warst zwei Jahre ein Teil dieses Mythos. Was unterscheidet ihn?
Da habe ich inzwischen etwas gemischte Gefühle. Einerseits ist es toll, wie der Klub Stadtteilkultur und politische Statements unter einen Hut bringt, aber den Spagat zwischen Kommerz und Bundesliga bekommen sie meiner Meinung nach nicht immer hin und die Glorifizierung geht mir auch etwas zu weit. Aber unter dem Strich ist es schon ein cooler und interessanter Klub, der auch von seiner Historie einzigartig ist. 

Nach St. Pauli folgten noch die Stationen VfL Osnabrück und Wuppertaler SV. Das sind zwei Klubs, die derzeit völlig unterschiedliche Wege gehen. Der VfL klopft derzeit an das Tor zur 2. Liga, während der WSV vor dem Kollaps in Richtung Oberliga steht. 
Ich verfolge das natürlich, vor allem, auch weil mein ehemaliger Mannschaftskollege Timo Schultz Trainer in Osnabrück ist. Ich war erst vor ein paar Tagen an der Bremer Brücke und würde mich sehr freuen, wenn der Aufstieg gelingt. Um den WSV und seine Fans tut es mir zwar leid, aber da hat schon zu meiner Zeit so gut wie gar nichts funktioniert und deswegen wundert mich der Absturz jetzt nicht wirklich.

Wie intensiv verfolgst du das Geschehen rund um den FCA?
Aufmerksam. Ich bin in vielen Stadien unterwegs und habe auch Zugang zu einigen Klubs. Das Paket Augsburg und der FCA ist super, der Verein weiß, wo er herkommt, und es ist beeindruckend, wie sie das alles in den letzten Jahren gemanagt haben. Ich finde das ist eine sehr sympathische und gute Mischung aus Bodenständigkeit, Lockerheit und Professionalität.

Es sind noch vier Partien zu spielen. Wo landet deiner Meinung nach der FCA am Ende der Saison?
Ich denke, sie werden da landen, wo sie jetzt gerade stehen. (ws)

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