Susanne Siegert mit Marion-Samuel-Preis ausgezeichnet
Preisverleihung der Stiftung Erinnerung
Unter der Schirmherrschaft der Stadt Augsburg wurde der Marion-Samuel-Preis 2026 an Susanne Siegert verliehen. Die Content Creatorin und Journalistin wurde damit für ihre Arbeit für eine lebendige Erinnerungskultur ausgezeichnet, mit der sie Gedenken neu denkt.
Auf Social Media-Plattformen hat Susanne Siegert mit dem Profil @keine.erinnerungskultur eine Reichweite als Influencerin für Geschichte entwickelt, mit der sie mit ihrem Content zum Nationalsozialismus Hunderttausende erreicht. Auf ihren Kanälen und in ihrem Buch „Gedenken neu denken“, setzt die Aktivistin sich unter dem Motto „was Du in der Schule NICHT über Nazi-Verbrechen lernst“, mit konkreten Ereignissen und Hintergründen der NS-Zeit auseinander, deckt Mythen auf und hinterfragt unseren Umgang mit der deutschen Geschichte.
Mit dem Marion-Samuel-Preis würdigt die Stiftung Erinnerung Susanne Siegert für ihr Engagement für ein neues Bewusstsein in einer Zeit, in der Erinnerung an die deutsche NS-Geschichte zu verblassen droht. Statt eingeübten Ritualen der Erinnerung setzt Susanne Siegert auf die Auseinandersetzung mit konkreten Ereignissen, insbesondere im direkten örtlichen Umfeld und der eigenen Familie. Durch die Kombination von akribischer wissenschaftlicher Recherche und frischen, zeitgemäßen Formaten schafft die Preisträgerin insbesondere für junge Menschen einen besseren Zugang und neue Perspektiven zur deutschen Geschichte. Sie zeigt mit ihrer Arbeit auf eindringliche Weise, dass Erinnerung niemals aufhört und Geschichte immer wieder neu entdeckt werden muss.
Jörn Seinsch führte als Vertreter der Stiftung Erinnerung durch die Preisverleihung, die erstmals im Lern- und Gedenkort Halle 116 stattfand. Im ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Dachau wurde im Jahr 2023 eine Dauerausstellung zur Augsburger Geschichte während der Nazi-Zeit eröffnet. In der Eröffnungsrede würdigte der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Florian Freund den Marion-Samuel-Preis und seine Bedeutung, gemeinsam mit dem Friedenspreis und dem Bertold-Brecht-Preis, als einer der drei wichtigsten Preise der Friedensstadt Augsburg und begrüßte neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Stadtgesellschaft auch mehrere Schulklassen, Spieler aus den Nachwuchsmannschaften des FC Augsburg sowie weitere Mitarbeitende und Gremienvertreter des FCA. Für die musikalische Untermalung sorgte in diesem Jahr „Text will Töne“.
Bildergalerie: Marion-Samuel-Preis 2026
Die Stiftung Erinnerung wurde 1996 von FCA-Ehrenpräsident Walther Seinsch und seiner Ehefrau Ingrid gegründet. Seit 1999 verleiht die Stiftung den Marion-Samuel-Preis an Personen und Institutionen, die das Anliegen der Stiftung fördern: Erinnern, aufklären und Haltung zeigen – gegen das Vergessen, gegen Hass und für ein demokratisches Miteinander.
Fotos: Ruth Plössel/Stadt Augsburg und Marko Petz