Gladbach im Check: Viel Arbeit trotz Klassenerhalt
Erhoffter Schritt bleibt aus
Im letzten Heimspiel der Saison trifft der FC Augsburg am Samstag, 9. Mai, (15.30 Uhr) auf Borussia Mönchengladbach. Die Fohlen haben am vergangenen Spieltag zwar den Klassenerhalt perfekt gemacht, wirklich zufrieden dürfte man am Niederrhein damit aber nicht sein.
Für den entscheidenden Moment sorgte Haris Tabakovic: Beim 1:0 gegen Borussia Dortmund traf der Angreifer in der 88. Minute nach Vorarbeit von Rocco Reitz. Zunächst wurde der Treffer noch aberkannt, nach VAR-Überprüfung aber doch gegeben – der Jubel im Borussia-Park war entsprechend groß, die Erleichterung wohl noch größer. Nach einer Saison, in der Gladbach lange im Tabellenkeller feststeckte, stand damit fest: Die Borussia bleibt erstklassig.
Die Bilanz dieser Spielzeit fällt dennoch ernüchternd aus. Statt des erhofften Aufschwungs steckte Gladbach über weite Strecken im Abstiegskampf. Nach dem schwachen Saisonstart unter Gerardo Seoane übernahm Eugen Polanski und setzte zunächst neue Impulse. Der frühere Gladbach-Profi brachte Emotionalität und Identifikation zurück an die Seitenlinie, die Mannschaft trat zwischenzeitlich stabiler auf. Eine nachhaltige Entwicklung blieb jedoch aus. Vor allem in der Rückrunde fehlten Konstanz und Durchschlagskraft, sodass auch unter Polanski der erhoffte Schritt nach vorn ausblieb.
Personeller Umbruch im Sommer
Eine zentrale Rolle bei der Aufarbeitung der Saison und der Ausrichtung für die Zukunft dürfte Sportdirektor Rouven Schröder einnehmen. Gleichzeitig steht er vor der Aufgabe, den Kader für die kommende Spielzeit neu aufzustellen. Dass Borussia Mönchengladbach im Sommer vor personellen Veränderungen steht, gilt längst als offenes Geheimnis. Kapitän Rocco Reitz wird den Verein in Richtung Leipzig verlassen, zudem läuft der Vertrag von Marvin Friedrich aus. Offen ist dagegen weiterhin, wie es mit Haris Tabakovic weitergeht. Die Hoffenheimer Leihgabe zählt mit 16 Torbeteiligungen zu den wenigen Spielern, die in dieser Saison konstant Akzente setzen konnten.
Der bevorstehende Umbruch erfolgt allerdings unter erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen. Für Neuverpflichtungen stehen im Sommer geringere Mittel zur Verfügung als in den vergangenen Jahren. Die finanziell lukrativen Zeiten mit regelmäßigen Europapokal- oder gar Champions-League-Einnahmen liegen für die Borussia inzwischen zurück. Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung meldete der Verein einen Verlust von vier Millionen Euro – auch als Folge rückläufiger TV-Gelder.
Trotz des gesicherten Klassenerhalts steht für Gladbach also weiterhin etwas auf dem Spiel: Die Borussia will mindestens Rang 13 behaupten, um bei den TV-Einnahmen keine weiteren Einbußen hinnehmen zu müssen. Der FCA dürfte allerdings wenig Interesse daran haben, den Gästen dabei entgegenzukommen. Nach dem Sieg gegen Bremen wollen die Rot-Grün-Weißen im letzten Heimspiel der Saison nachlegen und ihren positiven Trend bestätigen.