75 Jahre Rosenaustadion: Ein Stück Augsburger Fußballgeschichte
Kultstätte mit besonderer Geschichte
Am 16. September 1951 wurde das Rosenaustadion offiziell eröffnet – und damit ein Ort, der die Augsburger Sportgeschichte über Jahrzehnte prägen sollte. Entstanden in der Nachkriegszeit, gebaut auf Trümmern und mit viel Hoffnung auf einen sportlichen Neuanfang, wurde die Rosenau schnell zu einem Stadion mit besonderer Strahlkraft.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Augsburger Stadtrat den Bau einer neuen großen Sportstätte beschlossen. Am Rosenauberg entstand auf den Trümmern der zerstörten Stadt eines der modernsten Stadien seiner Zeit. Das Rosenaustadion war damit nicht nur ein Symbol des Wiederaufbaus, sondern auch die erste große Sportstätte Deutschlands nach dem Krieg.
Schon früh schrieb das Stadion besondere Geschichten. Neben den Heimspielen des BC Augsburg war die Rosenau immer wieder Schauplatz großer Sportereignisse: Mehr als 60.000 Zuschauer verfolgten 1952 das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz. Auch die Leichtathletik zog zehntausende Besucher an – etwa 1958, als der „Länderkampf“ zwischen der BRD und der Sowjetunion an zwei Tagen insgesamt 85.000 Menschen ins Stadion lockte.
Mit der Gründung des FC Augsburg durch die Fusion des BC Augsburg mit dem TSV Schwaben Augsburg wurde das Rosenaustadion endgültig zur Heimat des Augsburger Fußballs. Hier erlebten Fans emotionale Jahre, sportliche Rückschläge und immer wieder besondere Höhepunkte. Zu den unvergesslichen Momenten zählen die Zeiten, als Helmut Haller nach Augsburg zurückkehrte und die Stadt ins Fußballfieber versetzte.
Zwischen schwierigen Jahren und großen Erfolgen
Auch in den Jahrzehnten danach blieb die Rosenau ein Ort großer Gegensätze: Schwierigen Jahren bei den Profis standen zugleich bedeutende Erfolge im Nachwuchs gegenüber. Ein besonderer Meilenstein datiert aus dem Jahre 1993, als die A-Jugend der Rot-Grün-Weißen Deutscher Meister wurde.
Um die Jahrtausendwende stand der Verein sportlich und strukturell vor enormen Herausforderungen. Im Jahr 2000 wurde dem FCA die Regionalliga-Lizenz verweigert – ein Tiefpunkt, der zugleich den Beginn eines Neustarts markierte. Unter neuer Führung um Walther Seinsch gelang Schritt für Schritt der Aufbruch.
Die letzten ganz großen Jahre der Profis in der Rosenau folgten wenig später: 2006 schafften die Fuggerstädter die Rückkehr in die 2. Bundesliga und sorgten damit für einen der emotionalsten Momente der jüngeren Stadiongeschichte. Weil das Rosenaustadion den Anforderungen des modernen Profifußballs jedoch zunehmend nicht mehr gerecht werden konnte, begann kurze Zeit später eine neue Ära. 2009 verabschiedete sich der FCA aus der Rosenau und zog in die WWK ARENA um.
Doch die Geschichte des Stadions endete damit nicht. Das Rosenaustadion lebt weiter – bis heute ist es die Heimspielstätte der U23 des FC Augsburg. Trotz Denkmalschutz, baulicher Einschränkungen und ihres hohen Alters bleibt die Rosenau ein ganz besonderer Ort für den FCA und für die Stadt Augsburg.
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