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2000: Als Walther Seinsch zum FC Augsburg kam

111 Jahre 09.11.2018, 17:00

Im Jahr 2000 stand der FC Augsburg vor dem Abgrund: Nach dem Ausstieg der Informatec AG wurde die Lizenz in der Regionalliga verweigert. Doch dem FCA gelang es, einen Mann mit Visionen für Augsburg zu begeistern: Walther Seinsch kam als Retter in der Not an den Lech.


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Auf der Suche nach einem Retter stand schnell der Name Walther Seinsch im Raum. Der selbstständige Textilunternehmer hatte bereits anderen Fußballvereinen seine Dienste angeboten, doch so recht wollte ihm zunächst keiner das nötige Vertrauen entgegenbringen. Denn Seinsch hatte große Visionen: "Dort, wo ein bundsligareifes Stadion steht, wird in Zukunft auch ein Bundesligaverein spielen." Während man Seinsch in anderen Vereinen für größenwahnsinnig hält, nehmen die Augsburger seine Hilfe danken an. Auch wenn zunächst keiner so wirklich an die Träume und Visionen des Unternehmers glauben mag. Seinsch bleibt ähnlich wie im Berufsleben von seiner Idee überzeugt. In 42 Arbeitsjahren hat er viele Stationen durchlaufen. In der Textilbranche arbeitete er sich hoch und bereiste die ganze Welt. Nach 14 Jahren Erfahrung im Kaufhof-Konzern wuchs der Glaube in ihm heran, dass er auch selbst eine Führungsposition einnehmen könne. Zunächst hangelte er sich lange Zeit mit seinen Läden für Damenoberbekleidung an der Pleite entlang, doch letztlich schaffte er mit viel Durchsetzungsvermögen den Durchbruch in der Selbstständigkeit. Er gründete die Unternehmen Takko und Kik und verkaufte schließlich 1998 seine Anteile, um in den Ruhestand zu gehen.

„Ich habe mein Ego schon in früheren Zeiten befriedigt“

Fußballbegeistert war der Ruheständler schon immer und in Augsburg fand er schließlich das perfekte Gegenstück. Der Verein steckte in der größten Krise seiner Geschichte und musste nach dem Lizenzentzug erstmals in der viertklassigen Bayernliga antreten. Seinsch zog als Vorstandsvorsitzender eine Investorengruppe für den Klub an Land und begann damit, die Schulden abzubauen. Kurze Zeit nach Beginn seiner Amtszeit legte er die Idee für ein neues Stadion vor und packte selbst mit an. An Spieltagen saß Seinsch nicht bequem in einer Loge und beobachtet das Geschehen - er war mittendrin und stand mit den Fans in der Kurve. Der Fußball bereitete ihm Spaß und Seinsch nutzte seine neue Position nicht, um sich im Rampenlicht zu sonnen. Ich habe mein Ego schon in früheren Zeiten befriedigt“, verriet er. Das investierte Geld wurde nicht verpulvert, denn Seinsch ist ein Kaufmann geblieben. Sobald sich der Verein in der Bundesliga etabliert habe, sollten die Invenstoren ihre Gelder zurückerhalten. Ende 2009 gab Walther Seinsch bekannt, dass er an Depressionen leide und zog sich 2014 aus dem Verein zurück. Der heute 76-jährige Unternehmer konnte beim FC Augsburg nicht nur seinen Traum von einem modernen Fußball-Stadion verwirklichen, sondern wird für immer die Dankbarkeit der Fans und des gesamten Klubs haben. Denn in seiner Ära stieg der Verein erstmals in seiner Geschichte in die Bundesliga auf und nahm 2015/16 sogar an der Europa League teil.

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