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1962: Als „il Biondo“ in Italien zum Held wurde

111 Jahre 02.10.2018, 10:00
Als Helmut Haller 1962 den Schritt nach Italien wagt, ist er damit einer der ersten deutschen Fußballer überhaupt, der sein Glück im Ausland versucht. Bei seinen beiden Klubs Bologna und Juventus Turin erreicht „il Biondo“ schon bald einen Heldenstatus.
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Im Jahr 1962 ist es unüblich, dass deutsche Fußballer im Ausland spielen. Die besten Spieler des Landes verdienen ihr Geld damals anders als heute nicht quer über Europa verteilt, sondern in Deutschland. Wer ins Ausland wechselt, muss um seine Karriere in der Nationalmannschaft fürchten. Und so ist Helmut Haller einer der ersten deutschen Fußballer überhaupt, der sein Glück im Ausland sucht. Der damals 23-Jährige spielt mit dem FC Augsburg in der Oberliga Süd, als Funktionäre des italienischen Erstligisten AC Bologna auf den Mittelfeldmann aufmerksam werden und ihn mit viel Geld locken. Der gebürtige Augsburger lässt sich schließlich auf das Abenteuer ein und wechselt für ein Handgeld von 300.000 Mark über den Brenner. In Italien erobert Haller die Herzen der Tifosi im Sturm. Die italienischen Gazetten schwärmen, er spiele „wie im Himmel“. Aufgrund seiner grandiosen Ballbehandlung taufen die Fans ihn schnell „il Ragazzo d’Oro“, den Goldjungen. Für viele Anhänger ist der sympathische Mann mit dem hellen Schopf einfach nur „il Biondo“, der Blonde.

Erster ausländischer Fußballer des Jahres in Italien

Spätestens als der Mittelfeldmann Bologna 1964, in seiner zweiten Saison, zum einzigen Meistertitel der Nachkriegszeit führt, genießt er in Italien Heldenstatus. Noch im selben Jahr wird Haller, der während seiner Zeit in Südeuropa übrigens weiter für die deutsche Nationalmannschaft aufläuft, zu Italiens „Fußballer des Jahres“ bestimmt - er ist damit der erste Ausländer der Serie A, dem diese Ehre zu Teil wird. Vier Jahre später klopft Juventus Turin an. Haller sucht eine neue Herausforderung und schließt sich der Alten Dame für die stolze Summe von drei Millionen Mark an. Auch mit den Bianconeri feiert „il Biondo“ große Erfolge, holt 1972 und 1973 zweimal den Scudetto. Insgesamt elf Jahre bleibt Haller in Italien, nach dem Meistertitel mit Bologna erhält er sogar eine Privataudienz beim Papst. Italien und der gebürtige Augsburger - eine geradezu himmlische Beziehung.

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