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Was macht eigentlich Stephan Hain?

Profis 24.05.2019, 09:55
8. Mai 2011. Es läuft die 84. Spielminute. Nach einer Ecke von Michael Thurk erzielt Stephan Hain den 2:1-Siegtreffer gegen den FSV Frankfurt. Es ist der historische Treffer zum Aufstieg in die Bundesliga. Seit 2016 spielt Hain nun für die SpVgg Unterhaching und hier gelangen ihm in 104 Spielen sensationelle 69 Tore. FCA: Im Cinemaxx Kino in Augsburg lief im November der FCA-Film „Mehr als 90 Minuten an“. Bei einer Szene bist du der Hauptdarsteller. Ich sag nur 8. Mai 2011, eines der wichtigsten Tore in der 111-jährigen FCA-Historie. Als ich das auf der Kinoleinwand flimmern sah, bekam ich regelrecht Gänsehaut. Hain: Das Tor zum Bundesliga-Aufstieg. Diesen Moment werde ich natürlich nie vergessen und muss immer wieder mal an diesen Tag denken. Ich bin sehr stolz darauf, ein Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein. FCA: Erzähl uns doch bitte noch einmal, wie es aus deiner Sicht zu diesem Tor kam und was du danach gefühlt hast. Hain: Das habe ich natürlich noch gut in Erinnerung. Es lief bereits die 84. Minute. Eckball für uns, Michael Thurk tritt den Ball scharf rein, der Frankfurter Torhüter segelt irgendwie daran vorbei, ich stehe goldrichtig und der Ball landet genau vor meinen Füßen. Ich dachte nur, der muss jetzt rein, egal wie. Und plötzlich zappelt das Netz! Das Feeling danach ist sehr schwer zu beschreiben. Es ist ein großes Glücksgefühl und man ist vollgepumpt mit Adrenalin. Aber es waren ja noch sechs Minuten plus Nachspielzeit zu spielen. So richtig realisiert habe ich es erst nach zwei oder drei Tagen. [su_quote cite="Stephan Hain"]Diesen Moment werde ich natürlich nie vergessen![/su_quote] FCA: Thomas Tuchel hat dich damals entdeckt und nach Augsburg geholt. Hain: Ja, ich hab damals noch bei meinem Heimatklub, der SpVgg Ruhmannsfelden in der Jugend gespielt. Ich bin erst zur U23 zum FCA gewechselt und habe später dann den Sprung in den Profikader geschafft. FCA: Wann hattest du denn zum letzten Mal Kontakt mit Tuchel? Hain: Das ist jetzt schon einige Jahre her. FCA: Hättest du damals gedacht, dass dein Entdecker eines Tages mal Klubs wie Borussia Dortmund oder Paris St. Germain trainiert? Hain: Ganz ehrlich, wirklich verwundert bin ich nicht. Dass es aber gleich so ein Top-Klub wie Paris werden würde, das war natürlich nicht abzusehen. Aber er war damals schon ein ungewöhnlicher Trainer mit großen Fähigkeiten. Mich freut es jedenfalls sehr für ihn. FCA: Du hast sechs Jahre für den FCA gespielt. Wie würdest du diese Zeit rückwirkend beschreiben? Hain: Es war wirklich eine sehr schöne Zeit in Augsburg und ich habe dort sechs wunderbare Jahre erlebt. Von der U23 in die Bundesliga, da kann man nicht meckern. (lacht) FCA: Wir spulen gleich mal weiter bis ins Jahr 2016. SpVgg Unterhaching und Stephan Hain: Da haben sich zwei gefunden, oder? Hain: 1860 München ist ja kein einfacher Verein, da gab es immer Turbulenzen. Mein Wechsel zu Unterhaching war auf den ersten Blick gesehen vielleicht ein Rückschritt, aber dort habe ich mein sportliches Glück wieder gefunden. Manchmal muss man vielleicht einen Schritt zurück gehen, um wieder in die Spur zu finden. FCA: Gleich im ersten Jahr hast du in 28 Spielen 32 Tore erzielt und ihr seid in die 3. Liga aufgestiegen. Dort wurdest du mit 19 Toren zweitbester Schütze der Liga und in dieser Saison waren es schon wieder 13 Treffer in der Liga. Eine fast unheimliche Quote? Hain: Ja, nicht übel. (lacht) Haching ist ein sehr familiärer Klub, ich verstehe mich sehr gut mit dem Trainer und dem Präsidenten und die Kameradschaft im Team ist super. Ich brauche das als Spieler, ich muss mich wohlfühlen. FCA: Trotz allem, du hattest doch sicher genügend Angebote von anderen Klubs, oder? Warum bist du nie schwach geworden? Hain: Na ja, so viele Angebote waren es auch wieder nicht, wenn ich ehrlich sein soll. Aber ich habe auch immer signalisiert, dass ich in Unterhaching meine sportliche Heimat gefunden habe und ich mir sehr gut vorstellen kann, dass ich hier auch eines Tages meine Karriere ausklingen lassen werde. FCA: Du bist im September 30 Jahre alt geworden. Wie lange willst du noch im Profifußball dabei sein? Hain: (lacht) Was willst du damit sagen, etwa dass ich schon zum alten Eisen gehöre? FCA: Nein, nein ... Eher im letzten Drittel der Karriere. Hain: Ich fühle mich gut und mir macht es großen Spaß. Wenn das so bleibt, dann werde ich sicher noch einige Jahre weitermachen. FCA: Du bist ja jemand, der auch über den Tellerrand hinausschaut. Schon mal an die Zeit danach gedacht? Hain: Ja, ich bereite mich schon mal darauf vor. Ich mache nächstes Jahr meinen Master im Bereich Wirtschaftswissenschaften. Das ist schon mal ein gutes Fundament. Aber in welche Richtung es dann weitergeht, weiß ich im Moment noch nicht. Aber da hab ich ja auch noch etwas Zeit.
[su_box title="Stadionkurier Ausgabe #07 – Saison 2018/2019"] Das Interview mit Stephan Hain war erstmals im Stadionkurier beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 zu lesen. Als Vereinsmitglied können Sie den Stadionkurier auch online lesen. Einfach mit dem Mitglieder-Login anmelden und den Stadionkurier herunterladen.[/su_box]
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