St. Pauli im Check: Kiezklub unter Zugzwang
Mangelnde Torgefahr
Am Samstag, 31. Januar, (15.30 Uhr) bittet der FC Augsburg den FC St. Pauli zum Duell in der WWK ARENA. Beide Teams haben wichtige Zähler im Visier, die Gäste aus Hamburg stehen vor dem 20. Spieltag auf einem Abstiegsplatz.
Der Tabellensiebzehnte reist mit einem kleinen Mutmacher an: Im wegen Schneefalls nachgeholten Duell gegen RasenBallsport Leipzig erkämpfte sich St. Pauli am Dienstag ein spätes 1:1. Nachdem Yan Diomande die Sachsen in Führung gebracht hatte, bewahrte Martijn Kaars die Norddeutschen in der Nachspielzeit per Foulelfmeter vor der nächsten Niederlage. „Irgendwann brauchen wir Dreier, aber dieser Punkt tut jetzt einfach gut“, sagte Cheftrainer Alexander Blessin anschließend.
Trotz dieses Achtungserfolgs bleibt die Lage angespannt. Nach dem souveränen Klassenerhalt im vergangenen Jahr tut sich St. Pauli in dieser Saison schwer. Nur eines der letzten 16 Ligaspiele konnten die Kiezkicker gewinnen. Das Derby gegen den HSV am vergangenen Wochenende brachte ebenfalls keine Trendwende: Das 0:0 passte ins Bild einer Mannschaft, die vor allem mit ihrer Torgefahr ringt. Mit lediglich 17 Treffern stellt St. Pauli gemeinsam mit Hamburg und Heidenheim die schwächste Offensive der Bundesliga.
Blessins Baustellen
Schon in der Vorsaison hakte es im Angriff, damals kompensierten die Hamburger ihre Probleme mit einer äußerst stabilen Defensive. Blessins Plan für dieses Jahr: den Spielstil weiterentwickeln, mutiger auftreten, höher pressen, mehr Torchancen erspielen. Auf dem Rasen ist dieser Ansatz noch nicht durchgängig erkennbar. Der Offensive fehlt es an Durchschlagskraft, gleichzeitig häufen sich die Fehler in der Rückwärtsbewegung.
32 Gegentore nach 19 Spieltagen sind deutlich mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison. Im Stadtduell mit dem HSV monierte Blessin vor allem fehlende Grundtugenden: zu wenig Intensität, zu viele einfache Ballverluste. „Gerade nach den beiden Spielen gegen Wolfsburg und Dortmund dachte ich, wir wären schon weiter“, sagte der Coach – in beiden Partien hatte St. Pauli ordentlich mitgehalten, sich aber nicht belohnt.
Neuzugang mit internationaler Erfahrung
Hoffnung auf frische Impulse weckt Neuzugang Mathias Rasmussen, der gegen Leipzig erstmals zum Einsatz kam. Der 28-jährige Norweger, zuletzt bei Union Saint-Gilloise unter Vertrag, kennt Blessins Vorstellungen aus der gemeinsamen Zeit in Belgien. Für den Brüsseler Klub bestritt Rasmussen 101 Pflichtspiele, 13 davon in Champions League und Europa League – Erfahrung, die dem Team helfen soll.
Das Hinspiel am Millerntor ging an St. Pauli: Die Augsburger Führung durch Fabian Rieder drehten Andréas Hountondji und Danel Sinani in der zweiten Halbzeit. Diesmal will der FCA vor eigenem Publikum Revanche nehmen – St. Pauli dagegen sucht einen Weg aus der Ergebniskrise.
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