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Han-Noah Massengo im Fotoshooting zum Sondertrikot

Identität, die verbindet: Sondertrikot "Fuggerstadt"

Hintergründe und Entstehung im Überblick

Fans 23.02.2026, 09:30

Mit dem Sondertrikot „Fuggerstadt“ greift der FC Augsburg die historische Bedeutung der Familie Fugger für die Stadt Augsburg auf und übersetzt dieses Erbe in ein modernes Design. Das Trikot setzt bewusst zentrale Akzente zur Fuggerzeit und rückt zugleich die Fuggerei als älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt in den Fokus. Nachfolgend finden sich die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Sondertrikot sowie die historischen Hintergründe.

Aus welchem Anlass entstand das Sondertrikot „Fuggerstadt“? 

Anlass für das Sondertrikot ist der 500. Todestag von Jakob Fugger, der sich am 30. Dezember 2025 jährte. Mit der Sonderedition erinnert der FC Augsburg an eine der prägendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte und an das historische Erbe der Fuggerzeit in Augsburg.

Warum wird Augsburg „Fuggerstadt“ genannt? 

Augsburg wird „Fuggerstadt“ genannt, weil keine Familie die Geschichte und das Stadtbild so nachhaltig geprägt hat wie die Fugger – allen voran Jakob Fugger der Reiche. Unter seiner Führung entwickelte sich Augsburg im 16. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Handels- und Finanzzentren nördlich der Alpen. 

Der Name Fugger steht bis heute für eine besondere Verbindung von Tradition, sozialem Engagement und wirtschaftlicher Innovationskraft. Mit Stiftungen wie der Fuggerei, prächtigen Bauwerken wie der Fuggerkapelle in St. Anna und zahlreichen historischen Häusern in der Innenstadt ist das Erbe der Familie im Stadtbild allgegenwärtig. Auch Straßennamen wie „Fuggerstraße“ oder „Fuggerplatz“ tragen diesen Namen weiter. 

Diese historische Prägung spiegelt sich auch im Sport wider: In der Berichterstattung werden die Spieler des FC Augsburg regelmäßig als „Fuggerstädter“ bezeichnet. Der Begriff ist längst zu einem festen Bestandteil der sportlichen Identität geworden und unterstreicht die enge Verbindung zwischen Verein, Stadt und Geschichte. 

Gibt es heute noch Nachfahren der Familie Fugger? 

Ja, die Familie Fugger von der Lilie hat bis heute Nachfahren. In Schwaben sind noch drei Linien ansässig: die Fürsten Fugger von Glött und die Fürsten Fugger-Babenhausen und die Grafen Fugger-Kirchberg. Die Familie trägt ehrenamtlich im Aufsichtsrat der Fuggerschen Stiftungen Verantwortung und führt damit die Stiftungstradition in der 16. Generation nach Jakob Fugger fort. 

Welche Bedeutung hat das Lilienmuster auf dem Sondertrikot? 

Das Lilienmuster greift das historische Wappen der Fugger von der Lilie auf. Es zeigt zwei Lilien in einem gold-blau gespaltenen Schild – den traditionellen Farben der Familie. 

Indem das Wappen vollflächig in das Trikot eingeprägt ist und zusätzlich im Nacken erscheint, wird die Verbindung zwischen der Geschichte der Fugger und der Identität der „Fuggerstadt“ Augsburg sichtbar gemacht. Das Lilienmuster ist damit ein zentrales Gestaltungselement des Sondertrikots. 

Welche Idee steckt hinter den Farben des Sondertrikots?  

Die Farben des Sondertrikots greifen Elemente der Fuggerzeit auf. Das leinenfarbene Trikot erinnert an den Textilhandel, mit dem die Fugger ihren Aufstieg begannen. Die dunkelblaue Torwartversion nimmt Bezug auf das prächtige Orgelgehäuse der Fuggerkapelle in St. Anna. 

Gold und Blau stehen für die Wappenfarben der Fugger von der Lilie, während die kupferfarbenen Details an den europaweiten Kupferhandel erinnern, der besonders unter Jakob Fugger stark ausgebaut wurde. Das Rosa im Kragen ist von den Deckenfresken der Fuggerkapelle in St. Anna inspiriert und greift damit ein charakteristisches Gestaltungselement dieses bedeutenden Renaissance-Denkmals auf. 

Bordeaux und Dunkelgrün schlagen die Brücke zu den Vereinsfarben des FCA. So verbindet das Trikot Stadtgeschichte und Vereinsidentität auf besondere Weise. 

Für was steht der Gulden auf dem Trikot? 

Die goldene Gulden-Applikation, die sich unten links auf dem Sondertrikot befindet, erinnert an den rheinischen Gulden, den Jakob Fugger 1521 als symbolische Jahresmiete für die Bewohner der Fuggerei festlegte. Noch heute beträgt die Jahreskaltmiete dort einen Gulden – umgerechnet 0,88 Euro. In Anlehnung an diese Tradition spendet der FC Augsburg von jedem verkauften Sondertrikot einen symbolischen Gulden an die Fuggerei. So verbindet das Trikot die Geschichte der Fuggerstadt mit sozialem Engagement in der Gegenwart. 

Welche Orte standen im Mittelpunkt der Foto- und Videoaufnahmen rund um das neue Sondertrikot des FCA? 

Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Badstuben der historischen Fuggerhäuser in der Maximilianstraße. Diese eindrucksvollen Räume geben einen besonderen Einblick in die Lebenswelt und den repräsentativen Anspruch der Renaissancezeit. Ein weiterer zentraler Schauplatz war die Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna, eines der bedeutendsten Renaissance-Denkmäler Deutschlands. Ebenso gehört die Fuggerei zu den wichtigsten Orten der Aufnahmen.  

Was sind die Badstuben? 

Die sogenannten Badstuben der Fuggerhäuser in der Maximilianstraße sind zwei eindrucksvoll erhaltene Räume aus dem 16. Jahrhundert. Sie wurden ab 1568 im Auftrag von Hans Fugger gestaltet und 1573 fertiggestellt. 

Entgegen ihrer Bezeichnung handelt es sich um Räume für Kunst, Wissen und Repräsentation – also Sammlungsräume. Mit Fresken von Apollo und den neun Musen, Allegorien der Jahreszeiten sowie Büsten römischer Kaiser spiegeln sie das Kunst- und Bildungsverständnis der Renaissance wider. 

Die Räume gehören zu den wenigen original erhaltenen Zeugnissen dieser Epoche in Augsburg. Für den Dreh des Sondertrikots waren sie deshalb besonders zentral: Sie machen die Renaissance-Welt der Fugger unmittelbar erlebbar und stehen wie kaum ein anderer Ort für den kulturellen Anspruch und die internationale Ausstrahlung der Fuggerstadt. Die Badstuben sind ausschließlich im Rahmen einer Führung zugänglich. 

Was ist das Besondere an der Fuggerkapelle in St. Anna? 

Die Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna ist die Grablege Jakob Fuggers und eines der bedeutendsten Renaissance-Denkmäler Deutschlands. Sie gilt als erster sakraler Renaissanceraum nördlich der Alpen. 

Der Bau ist stark italienisch inspiriert – ein bewusster Ausdruck des internationalen Selbstverständnisses der Fugger als europaweit tätige Kaufleute. Sternförmige Gewölberippen, reiche Ornamentik, das Lilienwappen der Fugger und kunstvolle Gedenktafeln unterstreichen den repräsentativen Anspruch. Unter der Kapelle befindet sich die Gruft, in der Jakob Fugger 1525 beigesetzt wurde. 

Besonders bemerkenswert: Obwohl die Kirche St. Anna im Zuge der Reformation evangelisch wurde, blieb die Fuggerkapelle aufgrund ihrer eigenen Stiftung bis heute katholisch.  

Was ist die Fuggerei? 

Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Sie wurde 1521 von Jakob Fugger gestiftet und dient bis heute als Wohnanlage für bedürftige katholische Augsburger Bürgerinnen und Bürger. Die Jahreskaltmiete beträgt einen Rheinischen Gulden, was heute symbolisch 0,88 Euro entspricht. Zusätzlich verpflichten sich die Bewohner zu täglichen Gebeten für die Stifterfamilie. Heute leben rund 150 Menschen in der Fuggerei. Die Stiftung erfüllt damit seit über 500 Jahren ihren sozialen Zweck und finanziert sich durch Einnahmen aus Forstwirtschaft, Eintrittsgelder von Besuchenden und Spenden. 

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