Hoffenheim im Check: Schwächelnde Senkrechtstarter
Flutlichtspiel in der WWK ARENA
Der FC Augsburg empfängt am Freitag, 10. April, (20.30 Uhr) die TSG Hoffenheim in der WWK ARENA. Die Kraichgauer reisen als Tabellenfünfter an und mischen weiter im Rennen um die internationalen Plätze mit. Trotz der jüngsten Dämpfer spielt die TSG bislang eine starke Saison.
In den 18 Jahren seit dem Bundesliga-Aufstieg bewegte sich Hoffenheim meist im oberen Tabellendrittel, ehe es in der vergangenen Spielzeit plötzlich eng wurde: Nur drei Punkte trennten die TSG am Ende von der Relegation. Trainer Christian Ilzer, der im November 2024 mitten im Abstiegskampf übernommen hatte, führte das Team auf Rang 15. Ein Jahr später ist Hoffenheim deutlich weiter und zählt zu den positiven Überraschungen der Liga.
Lange Zeit standen die Kraichgauer sogar auf einem Champions-League-Platz, zuletzt bekam der Aufschwung jedoch spürbare Risse. Nur einen Sieg holte Hoffenheim aus den vergangenen fünf Spielen, zuletzt setzte es zwei schmerzhafte Niederlagen: erst das klare 0:5 im direkten Duell mit Leipzig, dann ein 1:2 vor heimischer Kulisse gegen Mainz 05. Seit Jahresbeginn bestritt die TSG 13 Pflichtspiele und verlor eigentlich nur vier davon – dennoch ist unverkennbar, dass dem Senkrechtstarter der Saison zuletzt etwas die Leichtigkeit und Stabilität abhandengekommen ist.
Kurz- oder mittelfristig in die Königsklasse?
Ilzer bleibt dennoch zuversichtlich. Nach der Niederlage gegen Mainz sagte der Hoffenheimer Coach: „Wir werden jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern den Jungs nun klare Hilfestellungen geben.“ Der 48-Jährige glaubt weiterhin an das Potenzial seiner Mannschaft. Schon bei seinem Amtsantritt hatte er selbstbewusst angekündigt, den Verein mittelfristig in die Königsklasse führen zu wollen – ein Ziel, das angesichts der bisherigen Saison längst nicht mehr vermessen wirkt.
Die Hoffenheimer überzeugen in dieser Spielzeit vor allem mit einer dynamischen, mutigen und offensiven Spielweise. Dafür verlangt Ilzer seiner Mannschaft ein enormes Laufpensum ab: Kein anderes Team der Bundesliga spult mehr Kilometer ab als die TSG. Zuletzt schien die hohe Intensität jedoch Spuren zu hinterlassen. Vor allem defensiv offenbarten die Kraichgauer ungewohnte Konzentrationsschwächen, weshalb gegen den FCA auch personelle Anpassungen in der Startelf denkbar sind.
Duell der DFB-Schlussmänner
In der Länderspielpause waren TSG-Keeper Oliver Baumann und FCA-Torhüter Finn Dahmen mit der deutschen Nationalmannschaft unterwegs. Nach der Verletzung von Marc-André ter Stegen setzt Bundestrainer Julian Nagelsmann auf Baumann als Nummer eins. Ein Wiedersehen gibt es aus Hoffenheimer Sicht mit Arthur Chaves, der zum Jahresbeginn auf Leihbasis aus Sinsheim nach Augsburg wechselte und zuletzt gegen den HSV als Torschütze glänzte.
Für Hoffenheim geht es in Augsburg darum, nach den jüngsten Rückschlägen wieder in die Spur zu finden und die Chancen im Rennen um Europa zu wahren. Der FCA will nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV vor eigenem Publikum wieder dreifach punkten. Die Bilanz spricht dabei für die Gäste: Nur sechsmal konnten die Rot-Grün-Weißen bislang gegen Hoffenheim gewinnen, 16 Mal siegte die TSG, sieben Partien endeten unentschieden.