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Titel, Tore und eine Kanone: Heiko Herrlich im Portrait

Champions-League-Sieger mit Dortmund, doppelter Aufstieg mit Regensburg

Profis 11.03.2020, 15:50

Als Spieler gewann Heiko Herrlich die Deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal und die Champions League, als Trainer führte er den SSV Jahn Regensburg in eineinhalb Jahren von der vierten in die zweite Liga. Seinen größten Erfolg feierte der 48-Jährige allerdings abseits des Platzes. Der neue FCA-Trainer im Portrait.

Es gab eine Zeit, in der der Fußball im Leben von Heiko Herrlich in den Hintergrund rückte. Im Herbst 2000 wurde beim damals 28-jährigen Stürmer von Borussia Dortmund ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert. "Von da an ging es für mich nur darum zu über­leben", blickt Herrlich später in einem Interview zurück. Die folgenden Monate und die Strahlentherapie bezeichnet er als "die schlimmste Zeit meines Lebens".

In dieser Zeit gab Herrlich der Glaube viel Kraft, um die Krankheit letztendlich zu besiegen. Denn rund ein Jahr nach seiner Diagnose feierte er sein Comeback – ausgerechnet im Revierderby gegen Schalke. Letztendlich spielte der Angreifer noch drei weitere Jahre Bundesliga, ehe er 2004 seine Karriere beendete.

Torschützenkönig, Meister, Champions-League-Sieger

Den Durchbruch zum Bundesliga-Profi schaffte er bei Bayer 04 Leverkusen, wo der gebürtige Mannheimer über die Jugend des SC Freiburg gelandet war. Nachdem er bei Borussia Mönchengladbach Torschützenkönig geworden war, wechselte er 1995 zum amtierenden Meister Borussia Dortmund. Beim BVB sammelte Herrlich gemeinsam mit dem heutigen FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter in neun Jahren einige Titel. 1996 und 2002 holte die Borussia die Meisterschaft, 1997 die Champions League und im gleichen Jahr auch noch den Weltpokal. Bereits mit Leverkusen (1993) und Gladbach (1995) hatte Herrlich zuvor den DFB-Pokal gewonnen. In 257 Erstligaspielen für Leverkusen, Gladbach und Dortmund erzielte er insgesamt 74 Tore.

Nach seiner Karriere trainierte er zunächst die Dortmunder A-Jugend, später die deutsche U17- und U19-Nationalmannschaft. 2009 trat er als Trainer erstmals ins Rampenlicht der Bundesliga, als er für einige Monate den VfL Bochum übernahm. Anschließend betreute Herrlich Drittligist SpVgg Unterhaching, wo damals die Karriere von Florian Niederlechner Fahrt aufnahm, sowie später die U17 des FC Bayern München.

In eineinhalb Jahren von der vierten in die zweite Liga

Anfang 2016 übernahm er den SSV Jahn Regensburg, mit dem er bald bundesweit auf sich aufmerksam machte. Innerhalb von eineinhalb Jahren führte er die Oberpfälzer mit zwei Aufstiegen in Folge und begeisterndem Offensivfußball von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga. Das blieb auch den Verantwortlichen von Bayer 04 Leverkusen nicht verborgen, die Herrlich 2017 an den Rhein lotsten. In seiner ersten Saison qualifizierte er sich mit der Werkself für die Europa League, im Dezember 2018 musste er allerdings seinen Posten räumen.

In Augsburg, wo Herrlich einen Vertrag bis Juni 2022 erhalten hat, will der 48-Jährige nun die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur bringen. "Er steht für Gier, Leidenschaft und Siegermentalität", beschreibt Reuter seinen ehemaligen Mitspieler. "Heiko hat über viele Jahre extrem viel Erfahrung gesammelt, sowohl als Spieler als auch als Trainer. Er wird den richtigen Schlüssel finden, um eine Einheit zu formen."

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Heiko Herrlich