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Mainz im Check: Chaos statt Karneval

Mainz im Check: Chaos statt Karneval

Tabellenletzter ist noch ohne Punkt

Profis 29.10.2020, 16:33

Fünf Spiele, fünf Niederlagen. Nie ist der 1. FSV Mainz 05 schlechter in eine Bundesliga-Saison gestartet. Auch der frühe Trainerwechsel brachte bislang nicht die erhoffte Wende am Bruchweg. Die Nullfünfer im Check vor dem Duell am Samstag (31. Oktober, 15.30 Uhr).

„Das pisst mich an“, brachte Kapitän Danny Latza die Gefühlslage in Mainz am vergangenen Wochenende auf den Punkt. Soeben hatte seine Mannschaft 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach verloren. Es war die fünfte Niederlage im fünften Spiel. Dieses Mal war es allerdings besonders bitter, hatte der FSV nach einem Doppelpack von Jean-Philippe Mateta doch bereits wie der Sieger ausgesehen. In der Schlussphase drehte die Borussia allerdings die Partie – und Mainz stand wieder einmal mit leeren Händen da.

Die Rheinhessen sind nach fünf Spieltagen die einzige Mannschaft, die noch keinen Punkt auf dem Konto hat. Tabellenplatz 18 ist die logische Konsequenz. Zwar muss man erwähnen, dass Mainz in den ersten fünf Partien gegen Topteams wie Leipzig (1:3), Leverkusen (0:1) oder eben Gladbach ranmusste. Die beiden deutlichsten Niederlagen kassierten die Nullfünfer allerdings gegen Stuttgart (1:4) und Union (0:4), zwei Mannschaften, mit denen sich der FSV eigentlich auf Augenhöhe sieht.

Die Mannschaft streikt, Beierlorzer muss gehen

Die Niederlage gegen Stuttgart war zugleich das letzte Spiel unter Trainer Achim Beierlorzer, der im Anschluss gehen musste. Bereits zuvor hatte es zwischen der Mannschaft und Beierlorzer geknirscht. Nachdem der FSV-Trainer Angreifer Adam Szalai aus dem Profikader geworfen hatte, verweigerte die Mannschaft geschlossen das Training. Wenig später war Beierlorzer weg, Szalai durfte wieder mittrainieren.

Auch unter Jan-Moritz Lichte, dem neuen Mainzer Trainer, haben die Nullfünfer die Wende noch nicht geschafft. Drei Spiele, drei Niederlagen, lautet die Bilanz, wenngleich die Rheinhessen gegen Gladbach zuletzt ihre bislang beste Saisonleistung zeigten. An Entschlossenheit scheint es Lichte, der sowohl unter Beierlorzer als auch dessen Vorgänger Sandro Schwarz als Co-Trainer arbeitete, jedenfalls nicht zu fehlen. Unmittelbar nach der Niederlage gegen Leverkusen lieferte sich der 40-Jährige am Spielfeldrand eine hitzige Diskussion mit einigen Fans, die offenbar Redebedarf hatten.

Es ist ein etwas chaotisches Bild, das der 1. FSV Mainz in dieser Saison bislang abgibt. In den vergangenen elf Spielzeiten, in denen der selbst ernannte Karnevalsverein durchgehend in der Bundesliga spielte, stand der Klub für Ruhe und Kontinuität. Davon ist in dieser Saison noch nicht viel zu sehen am Bruchweg.

Drei von vier Toren: Mateta macht Hoffnung

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Angreifer Mateta, der die Partie gegen Gladbach zumindest kurzzeitig mit einem Doppelpack auf den Kopf stellte und drei der vier Mainzer Saisontore erzielte. Der 23-jährige Franzose nähert sich nach seiner Verletzungspause allmählich wieder seiner Form aus der Spielzeit 2018/19, als er Mainz in seiner ersten Bundesliga-Saison mit 14 Treffern zum Klassenerhalt schoss.

Um den Klassenerhalt wird es für die Rheinhessen auch in dieser Saison gehen. Vor dem Spiel in Augsburg fordert Lichte, den Kopf ein Stück weit auszuschalten, um den Bock im sechsten Anlauf umzustoßen. „Wir müssen die Tabelle für 90 Minuten ausblenden“, so der FSV-Trainer. Die Leistung hätte in den vergangenen beiden Partien bereits gestimmt. „Wir müssen so weitermachen, damit wir uns irgendwann belohnen.“ Auch Sportvorstand Rouven Schröder gibt sich optimistisch, dass die Wende bald gelingt. „Die Mannschaft ist vom ersten bis zum letzten Spieler hochmotiviert“, betont er.

Schon einmal startete Mainz übrigens mit fünf Niederlagen in eine Bundesliga-Saison. 2005/06 verloren die Nullfünfer unter Trainer Jürgen Klopp ihre ersten fünf Partien allesamt, am Ende der Spielzeit wurde die Mannschaft Elfter. Als gutes Omen wird den diesjährigen Start in Mainz dennoch sicher niemand sehen.

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1. FSV Mainz 05
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