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Fabian Rieder bei der Golf Trophy

Rieder: "Ich möchte Verantwortung übernehmen"

Stadionkurier-Interview

Profis 30.08.2026, 11:00

Mit sechs Toren und vier Vorlagen avancierte Fabian Rieder in der vergangenen Saison zum Top-Scorer des FCA in der Bundesliga. Der 24-Jährige überzeugte dabei in seiner neuen Rolle im zentralen Mittelfeld, die er auch in dieser Spielzeit ausfüllen soll. Bei der alljährlichen FCA-Golf-Trophy spricht Rieder über den erfolgreichen Pokalauftakt in Cottbus, seine Entwicklung zum Führungsspieler und die Weltmeisterschaft mit der Schweiz.

Fabi, der Start in die neue Pflichtspiel-Saison ist geglückt: In der 1. Runde des DFB-Pokals gab es ein 2:0 bei Energie Cottbus. Es war das erwartet schwere Spiel. Wie erleichtert bist du, dass ihr die nächste Runde erreicht habt?
Sehr erleichtert. Es war direkt im ersten Spiel eine gute Herausforderung gegen einen Zweitligisten, der schon zwei Pflichtspiele in den Beinen hatte. Am Ende haben wir zu Null gespielt und 2:0 gewonnen. Es war sicher nicht unser bestes Spiel, aber das zeichnet eine Mannschaft auch aus, wenn sie solche Partien trotzdem für sich entscheidet.

Vor dem wichtigen Führungstor warst du mit deinem Dribbling gegen gleich mehrere Gegenspieler direkt beteiligt – quasi mit dem Pre-Assist. Wie hast du die Szene selbst erlebt?
Ich habe gesehen, dass ich Raum vor mir habe, bin ins Dribbling gegangen und konnte das dann gut ausnutzen. Ich bin froh, dass ich meinen Teil beitragen konnte, auch wenn es insgesamt nicht mein stärkstes Spiel war. Nach der verkürzten Vorbereitung ist jedes Spiel wichtig für mich und ich gehe mit viel Selbstvertrauen in die kommenden Wochen.

Als einer der beiden zentralen Mittelfeldspieler bist du nun noch stärker ins Spielgeschehen eingebunden. Ist das eine Rolle, die dir besonders liegt? Und was macht sie für dich so besonders?
Ja, auf jeden Fall. Ich hole mir oft den Ball ab und bin gerne das Bindeglied zwischen Angriff und Abwehr. In dieser Rolle kann ich meine Stärken am besten einbringen. Dazu gehören Intensität, Aggressivität in den Duellen und das Gespür für die Position. Das ist eine Rolle, die mir sehr liegt.

Apropos Rolle: Du bist jetzt Teil des Kapitänsteams und gemeinsam mit Finn Dahmen und Keven Schlotterbeck einer der Stellvertreter von Jeffrey Gouweleeuw. Was bedeutet dir dieses Vertrauen?
Das bedeutet mir sehr viel und zeigt mir die Wertschätzung des Vereins. Ich möchte genau da anknüpfen, wo ich in der vergangenen Saison aufgehört habe, alles geben und Verantwortung übernehmen. Ich bin bereit und will diese Herausforderung annehmen.

Wie kann man sich deine Aufgabe als Führungsspieler konkret vorstellen? Versuchst du eher auf dem Platz voranzugehen oder bist du auch in der Kabine jemand, der auf die Mannschaft einwirkt?
In erster Linie natürlich mit Leistung auf dem Platz. Aber auch in der Kabine will ich mehr Verantwortung übernehmen. Ich habe schon viele Spiele bestritten, auch auf internationalem Niveau, und dabei viel erlebt. Diese Erfahrungen möchte ich an die Mannschaft weitergeben.

Du hattest einen eher kurzen Sommer, denn mit der Schweiz warst du bei der Weltmeisterschaft im Einsatz und bist bis ins Viertelfinale gekommen. Was überwiegt im Rückblick: der Stolz auf das Erreichte oder das Gefühl, dass sogar noch mehr drin gewesen wäre?
Der Stolz überwiegt. Natürlich ist es schade, dass wir nicht noch weitergekommen sind, auch wegen der ärgerlichen Roten Karte gegen Argentinien. Aber es war ein unglaubliches Turnier und die beste Platzierung der Schweiz bei einer Weltmeisterschaft. Ich habe versucht, in der Sommerpause gut abzuschalten, bevor es anschließend wieder von 0 auf 100 losging. Diese Balance zu finden, ist nicht einfach, aber das ist mir ganz gut gelungen.

Wir treffen dich heute auf dem Golfplatz – ist Golf für dich ein schöner Ausgleich zum Fußball? Und wer ist aus dem Team der beste Golfspieler?
Ich habe kurz vor der Weltmeisterschaft hier in Augsburg mit dem Golfen angefangen. Es gibt mir ein beruhigendes Gefühl, bei dem ich mal nicht an Fußball denke. Es macht unglaublich viel Spaß. Der beste Spieler aus dem Team war Schlotti – jetzt wahrscheinlich Gregerl.

"Wir haben Qualität und wollen eine gute Saison spielen"

Jetzt steht die neue Bundesliga-Saison vor der Tür. Wie groß ist die Vorfreude bei dir? Und welche Teams schätzt du in dieser Saison besonders stark ein?
Ich freue mich unglaublich auf die Saison. Es ist einfach schön, wieder Pflichtspiele zu bestreiten, diesen gewissen Druck zu spüren und Punkte zu sammeln. Es gibt viele gute Teams. Besonders stark sind natürlich die Bayern, auch Dortmund hat gute Transfers getätigt. Aber wir haben ebenfalls Qualität und wollen eine gute Saison spielen.

Zum Auftakt geht es für den FCA gegen Schalke 04. Der letztjährige Zweitliga-Meister wird sicher mit viel Euphorie in die WWK ARENA kommen. Was erwartest du für ein Spiel?
Schalke wird uns alles abverlangen. Sie freuen sich auf ihr erstes Spiel nach dem Aufstieg und sind einer der größten Vereine Deutschlands – mit einer riesigen Fanbase. Es wird sicher heiß hergehen und ein intensives Spiel werden. Aber wir wollen von Anfang an zeigen, dass wir schon länger in der Bundesliga spielen und die nötige Erfahrung haben, um dieses Spiel zu gewinnen.

Und zum Abschluss: Dein Tipp für das heutige Spiel?
3:1 für uns.


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