Behrens: "Es macht hungrig auf mehr"
Stadionkurier-Interview
Hennes Behrens hat seit seinem Wechsel zum FC Augsburg eine starke Entwicklung genommen und mit seinem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft den nächsten Meilenstein erreicht. Vor dem Spiel gegen den FC Bayern München spricht der 21-Jährige über seine ersten Eindrücke beim DFB, sein Debüt in der WWK ARENA und seine Motivation für die kommenden Wochen.
Hennes, herzlich willkommen zurück in Augsburg – und Glückwunsch zu deinem Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Wie fühlen sich die Tage danach an?
Vielen, vielen Dank. Natürlich ist es sehr cool, diesen Einsatz bekommen zu haben. Ich freue mich wirklich riesig darüber, aber ich finde auch, dass sich gar nicht so viel geändert hat. Es ist einfach ein sehr schönes Gefühl.
Lass uns dein DFB-Abenteuer chronologisch durchgehen: Wie war der erste Moment, als du bei der Nationalmannschaft angekommen bist?
Am Anfang war ich schon etwas nervös und wusste zunächst gar nicht so genau, wo ich hinmuss. Dann habe ich schnell ein paar Spieler begrüßt und durch den Medientag fiel mir der Einstieg auch etwas leichter. So konnte ich direkt die ersten Leute kennenlernen, habe mit dem Trainer gesprochen – und dadurch wurde die Nervosität nach und nach weniger.
Hattest du neben Finn Dahmen direkt Bezugspersonen in der Mannschaft?
Ich kannte schon zwei, drei Spieler aus meiner Hoffenheim-Zeit, aber ansonsten war eigentlich fast alles neu. Gerade deshalb war es wichtig, schnell reinzukommen und sich an alles zu gewöhnen.
Wie hast du die Tage beim DFB insgesamt erlebt?
Es hatte schon ein bisschen etwas von einem Trainingslager. Man ist die ganze Zeit zusammen, nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben, und spricht auch über ganz normale Dinge. Dadurch wächst man als Mannschaft schon zusammen. Die Stimmung war wirklich extrem gut.
Das erste Spiel führte euch nach Amsterdam. Auch ohne Einsatz war das sicher ein Erlebnis.
Auf jeden Fall. Allein in diesem Stadion zu stehen und die Partie mitzuerleben, war für mich ein ganz besonderer Moment.
Das zweite Spiel hier in der WWK ARENA war dann aber natürlich nochmal das besondere Highlight. Wie lief der Spieltag in Augsburg ab?
Wir sind morgens nach Augsburg gereist und waren dann ein paar Stunden im Hotel. Dort haben wir gegessen, einen Mittagsschlaf gemacht, sind spazieren gegangen und später dann ins Stadion gefahren.

Vor dem Hotel warteten viele Fans. Hat man das besonders wahrgenommen?
Ja, das war schon cool. Gerade weil wir in Augsburg waren, haben mich vielleicht auch ein paar Leute mehr gekannt. Das hat dem Ganzen nochmal ein besonderes Gefühl gegeben.
Hast du zu diesem Zeitpunkt schon mit einem Einsatz gerechnet?
Nein, überhaupt nicht. Ich wusste von gar nichts. Natürlich muss man immer bereit sein, aber ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass ich noch reinkomme.
War es ein Vorteil, dass ausgerechnet in Augsburg gespielt wurde?
Ja, auf jeden Fall. Ich habe mich direkt wohlgefühlt. Schon beim Rasencheck und auch später beim Aufwärmen war einfach vieles vertraut. Dazu kamen viele Augsburg-Fans im Stadion – das hat sich einfach gut angefühlt.
Dann kam dein großer Moment: die Einwechslung. Was ging dir in diesem Augenblick durch den Kopf?
Eigentlich ging alles ziemlich schnell. Deshalb konnte ich auch gar nicht richtig nervös werden oder mir noch groß Gedanken machen. Es war einfach besonders, reinzukommen und diesen Moment hier im Stadion zu erleben.
Wie lief das Spiel für dich persönlich?
Ich glaube, ich hatte in den wenigen Minuten ein paar gute Aktionen, auch wenn nach vorne am Ende nichts wirklich Zwingendes dabei war. Trotz des Ergebnisses hat es unglaublich viel Spaß gemacht, für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Platz zu stehen.
Was hat dir Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp vor deiner Einwechslung mit auf den Weg gegeben?
Ich muss ehrlich sagen, in so einem Moment ist man einfach total im Tunnel und bekommt gar nicht mehr alles richtig mit. Er hat mir mitgegeben, dass ich es genießen und einfach Spaß haben soll. Außerdem sollte ich nochmal Druck nach vorne machen und, wenn möglich, den Ball gefährlich vor das Tor bringen.
"Ich bin dem Verein und der Mannschaft sehr dankbar"
Du bist nun einer von nur fünf Spielern, die es in ihrer Zeit beim FCA zum deutschen Nationalspieler geschafft haben. Macht es das noch besonderer?
Ja, auf jeden Fall. Das macht es für mich persönlich, aber auch für den Verein nochmal besonderer. Ich muss auch sagen, dass ich es letztlich durch den FCA und unsere Leistungen als Team dorthin geschafft habe. Wir haben in den vergangenen Wochen starke Auftritte gezeigt, wodurch ich mich auch ins Blickfeld spielen konnte. Deshalb bin ich dem Verein und der Mannschaft dafür sehr dankbar.
Was nimmst du persönlich aus den Tagen beim DFB mit?
Vor allem Motivation. Es fühlt sich nicht so an, als hätte man jetzt etwas abgeschlossen – eher im Gegenteil. Es macht hungrig auf mehr. Man will wieder dabei sein, sich weiterentwickeln und natürlich auch weiterhin beim FCA hart arbeiten.
Zum Abschluss noch ein Blick auf unseren heutigen Gegner: Was erwartest du für ein Spiel gegen die Bayern?
Ich schätze sie sehr stark ein. Spätestens mit dem 7:0-Sieg gegen Union Berlin sind sie so richtig ins Rollen gekommen. Ich erwarte ein sehr intensives Spiel, weil auch wir voll dagegenhalten werden. Unser Ziel ist es, ein unangenehmer Gegner zu sein und es ihnen so schwer wie möglich zu machen.
Wie wichtig wird die Unterstützung von den Rängen sein?
Der Support in den ersten beiden Heimspielen war bereits überragend. Ich bin überzeugt, dass er wieder ein ganz entscheidender Faktor sein kann, weil uns die Fans helfen, die letzten Prozentpunkte herauszuholen. Gerade wenn es eng wird und das Spiel auf der Kippe steht, können die Zuschauer mit ihrer Unterstützung den Unterschied ausmachen.
Dein Tipp fürs Spiel?
2:1 für uns.