1. FC Kaiserslautern - FC Augsburg
Leider wirken Trainerwechsel nicht nur beim FC Augsburg: Vier Tage nach der Trennung von Milan Sasic besiegte der 1. FC Kaiserslautern unter Interims-Coach Alois Schwartz den FCA 1:0 (1:0). Ein frühes Tor hatte den Pfälzer Traditionsclub am 31. Spieltag auf die Siegerstraße gebracht.
Taktisch und personell stellte Jos Luhukay gegenüber dem 3:0-Erfolg über die Münchner „Löwen" am vergangenen Sonntag um. Statt dem üblichen 4-4-2-System operierte der Augsburger Coach mit einem kompakten Fünfer-Mittelfeld hinter der einzigen Spitze Michael Thurk. Elton da Costa spielte auf der „10", abgesichert von Mourad Hdiouad und Andrew Sinkala, flankiert von Daniel Baier und Christian Müller. Im Abwehrzentrum trat Uwe Möhrle nach seiner Gelbsperre wieder seinen Dienst an und nahm die Stelle des nach vorne beorderten Sinkala an der Seite von Thomas Kläsener an. Verzichten musste Luhukay dagegen auf die gesperrten Tobias Werner und Patrick Mölzl.
Die mit zehnminütiger Verspätung angepfiffene Partie begann für die Augsburger denkbar schlecht. Bereits in der 6. Minute gingen die „Roten Teufel" durch Sidney Sam in Führung, der nach feiner Einzelleistung das 1:0 für den Pfälzer Traditionsclub erzielte. Der FCA brauchte rund 10 Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen und kam durch Möhrle zu einer ersten Chance, doch der Augsburger Abwehrchef verfehlte im Strafraum des FCK per Kopf knapp den Ball.
Danach dümpelte die Partie weitgehend dahin, Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Kaiserslautern hatte etwas mehr vom Spiel, wurde von schwachen Augsburgern allerdings auch nicht besonders gefordert. In der „Hölle Betztenberg" entwickelte sich bis zum Pausenpfiff alles andere als eine heiße Partie. Eine Minute vor dem Seitenwechsel beendete Jos Luhukay auch sein taktisches Experiment und stellte wieder auf den gewohnten Zwei-Mann-Sturm um, als er für den verletzten Christian Müller Youngster Stephan Hain aufs Feld schickte. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Thomas Metzen zum Seitenwechsel.
Auch nach dem Wechsel blieben die Pfälzer das bessere Team. In der 49. Minute hatte der FCK gleich zwei gute Möglichkeiten, seine Führung auszubauen, doch weder Erik Jendrisek noch Alexander Bugera, der an einen glänzend reagierenden Sven Neuhaus scheiterte, konnten den Ball im Tor unterbringen.
In der 54. Minute zeigte sich auch der FCA endlich wieder in der Offensive, aber Thurk konnte in aussichtsreicher Position ein ungenaues Zuspiel von da Costa nicht kontrollieren. Doch nur zwei Minuten später musste FCA-Kapitän Lars Müller nach einer Ecke der „Roten Teufel" in höchster Not auf der Linie klären und das 0:2 durch Lauterns Abwehrspieler Martin Amedick verhindern.
Und der FCK blieb weiter gefährlich: Nach knapp einer Stunde entschärfte Neuhaus eine Chance von Sam, der von Axel Bellinghausen per Hacke prächtig in Szene gesetzt worden war. In der 69. Minute hatte Hain die bis dato beste Möglichkeit für die Gäste, doch der Stürmer scheiterte nach klugem Zuspiel von Mourad Hdiouad freistehend an Lauterns Schlussmann Luis Robles.
Nicht zuletzt dank eines emsig rackernden Hains schienen ab der 70. Minute wieder die Lebensgeister im Angriffsspiel des FCA zu erwachen - eine Entwicklung, die Luhukay mit dem Wechsel Imre Szabics für Andrew Sinkala in der 75. Minute unterstützen wollte. Doch trotz drei Stürmern auf dem Platz blieben die Offensivbemühungen der Rot-Grün-Weißen in in der Schlussphase, als sogar Torhüter Sven Neuhaus stürmte, unbelohnt. K'lautern musste nur kurz zittern, denn es wurde zum Erstaunen aller Augsburger lediglich eine Minute nachgespielt, obwohl es während der Partie zahlreiche Unterbrechungen gegeben hatte.
„Durch unnötige Ballverluste sind wir nur schwer in die Partie gekommen und haben den Gegner selbst stark gemacht", sagte FCA-Trainer Jos Luhukay nach der Partie. „Die zweite Hälfte war wesentlich besser und wir hatten zwei, drei gute Möglichkeiten, die man auswärts einfach nutzen muss. Wir waren insgesamt zu ungenau im Passspiel", analysierte der Niederländer.
„Der Rückstand in der ersten Hälfte ging in Ordnung, weil Kaiserslautern etwas besser war. Wir haben uns aber im Spiel gewaltig gesteigert, können uns aber letztlich nichts dafür kaufen", ärgerte sich Abwehrspieler Uwe Möhrle, der nun auf die Partie am Dienstag in Rostock blickt. „Jetzt müssen wir versuchen mit einem Sieg in Rostock den Sack zuzumachen."
Das sieht auch Luhukay so. „Das wird ein ganz wichtiges Spiel für beide Mannschaften. Wir werden wieder versuchen auf Sieg zu spielen, um in Rostock zu punkten."
So spielte der FCA:
Startaufstellung: S. Neuhaus, - J. Hegeler, U. Möhrle, T. Kläsener, L. Müller, - C. Müller, A. Sinkala, E. Da Costa, M. Hdiouad, D. Baier, - M. Thurk,
Eingewechselt: S. Hain (44.); I. Szabics (75.);
Ausgewechselt: C. Müller (44.); A. Sinkala (75.);
Auswechselbank: O. Khizaneishvili; I. Hertzsch; F. Kioyo; L. Kruse; R. Strauß;
Tore (aus Sicht des FCA):
0:1 Sidney Sam (06.)
Gelbe Karte: L. Müller (33.);
Gelb/Rot: -
Rote Karte: -
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